Tarifkonflikt

Fluglotsen und Fraport haben sich geeinigt

Die Gewerkschaft GdF verständigt sich mit dem Flughafenbetreiber Fraport auf einen Kompromiss. Nur eine Seite gibt Auskunft über den Deal.

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Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat sich mit dem Frankfurter Flughafen auf einen neuen Tarifvertrag für die Vorfeldbeschäftigten geeinigt. "Der Tarifstreit am Frankfurter Flughafen ist damit vom Tisch", sagte ein GdF-Sprecher. Details zu dem Kompromiss sollten erst in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Der Flughafenbetreiber Fraport war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Laut Fraport werden die Gehälter der Vorfeldlotsen und der Verkehrsplaner auf das Niveau ihrer Kollegen in München angehoben. Die Gewerkschaft habe das Angebot der Fraport angenommen. Dem Vernehmen wurde das letzte Angebot des Arbeitgebers nicht mehr nachgebessert. Es enthielt nach früheren Angaben eine Steigerung von bis zu 70 Prozent für die Vorfeldlotsen und ein Plus von bis zu 30 Prozent für die Verkehrsplaner.

Die Vorfeld-Angestellten hatten am Frankfurter Airport mit Unterbrechungen zwei Wochen lang die Arbeit ruhen lassen – rund 1800 Flüge fielen aus. Das befürchtete Chaos blieb aber aus, weil es Fraport gelang, mit Ersatzmannschaften den Großteil des Flugverkehrs aufrecht zu erhalten. Schließlich hatte das Arbeitsgericht den Streik aus formalen Gründen verboten. Zu einem Solidarstreik der Fluglotsen war es wegen eines gerichtlichen Verbots ebenfalls nicht gekommen.

GdF drohen nun Schadensersatzforderungen

Die GdF war angetreten, um kräftige Lohnerhöhungen für die Vorfeld-Beschäftigten in Frankfurt durchsetzen. Fraport hatte die Forderungen zunächst als überzogen abgelehnt. Einen Kompromissvorschlag des als Schlichter berufenen früheren Ersten Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust hatte Fraport Anfang Februar abgelehnt.

Auf die kleine Spartengewerkschaft GdF, die auch die Fluglotsen vertritt, könnten nun Schadenersatzforderungen zukommen . Die Lufthansa, die rund 60 Prozent der Flüge von und zum Frankfurter Airport bestreitet, beklagte schon eine Buchungszurückhaltung der Passagiere wegen der Streiks. Auch Fraport will nach früheren Aussagen Schadenersatz von der Gewerkschaft fordern.