Absatzeinbruch

Autokäufer machen Bogen um Opel und Peugeot

Die Pkw-Neuzulassungen in Europa sind stark zurückgegangen. VW und BMW kamen glimpflich davon, Opel, Peugeot und Renault aber leiden schwer.

Foto: Peugeot, Opel / Peugeot, Opel/PR

Opel und Peugeot Citroën unter Druck: Der Einbruch der Pkw-Nachfrage in Europa trifft vor allem die Hersteller von Autos für den Massengeschmack. Auch bei Renault und Fiat schlug die Kaufzurückhaltung der Verbraucher in Südeuropa im Februar mit zweistelligen Verkaufsrückgängen heftig zu Buche.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat schrumpften die Neuzulassungen in den 27 EU-Staaten und den drei EFTA-Staaten Island, Norwegen und der Schweiz insgesamt um neun Prozent auf gut 920.000 Einheiten, wie der europäische Herstellerverband ACEA bekanntgab. Zu Jahresbeginn waren die Neuregistrierungen um sieben Prozent gesunken.

Den stärksten Verkaufsrückgang unter den großen Autobauern registrierte im Februar Renault: Der französische Autobauer verkaufte fast ein Viertel weniger als vor Jahresfrist. Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall schlugen 19 Prozent weniger los als vor einem Jahr.

Die ebenfalls zum US-Autoriesen General Motors gehörende Marke Chevrolet legte dagegen um 17 Prozent zu. Beim GM-Partner PSA Peugeot Citroen belief sich der Rückgang auf 16,5 Prozent. Damit sind die Autobauer noch stärker in Zugzwang, ihre hohen Überkapazitäten abzubauen. Peugeot hat bereits eine Not-Allianz mit der GM-Tochter Opel vereinbart , um aus den roten Zahlen zu kommen. Dabei sind auch Kürzungen im Gespräch, um die Kosten zu senken.

Auch Fiat sucht Anschluss. Bei dem italienischen Autobauer gelten mehrere Werke als gefährdet, weil sie wegen der sinkenden Pkw-Nachfrage auf dem Heimatmarkt nur schwach ausgelastet sind. Im Februar sanken die Pkw-Neuzulassungen in Italien um 19 Prozent.

Fiat-Chef Sergio Marchionne, der turnusgemäß an der Spitze des ACEA steht, hatte deshalb am Rande des Autosalons in Genf bereits einen Kapazitätsabbau aller Hersteller unter der Führung der EU-Kommission ins Gespräch gebracht. Der Vorschlag soll Thema von Beratungen der EU-Kommission am kommenden Dienstag sein. Die Überkapazitäten werden von der Branche auf 20 Prozent geschätzt. Mehrere Hersteller versuchen derzeit, mit ruinösen Preisabschlägen Autos in den Markt zu drücken, um ihre Werke auszulasten. Dagegen hielt Marktführer Volkswagen den Rückgang mit gut zwei Prozent in Grenzen.

Allerdings blieben auch die Wolfsburger nicht von den Folgen der Staatsschuldenkrise in Südeuropa verschont: Die Neuzulassungen der spanischen VW-Tochter Seat schrumpften im Februar um 10,5 Prozent. Dagegen steigerte sich Daimler leicht.

Die Pkw-Marke Mercedes-Benz des Stuttgarter Autokonzerns verkaufte knapp sieben Prozent mehr als vor Jahresfrist, während der Stadtflitzer Smart weniger gefragt war (minus 4,9 Prozent). Der Münchner Autobauer BMW konnte seinen Absatz dank deutlicher Zuwächse beim Mini (plus 13,5 Prozent) stabil halten. Die Marke BMW verkaufte drei Prozent weniger.

Zulegen konnten auch die beiden aufstrebenden koreanischen Marken Hyundai (plus 6,1 Prozent) und Kia (plus 31,4 Prozent), die einigen europäischen und japanischen Herstellern derzeit Marktanteile wegschnappen. Der einstige Weltmarktführer Toyota verbuchte in Europa einen Verkaufsrückgang von knapp 14 Prozent.