Energiekonzern

Für E.on ist das Schlimmste überstanden

Schlechte Gas-Importverträge belasten die Bilanz des Energieversorgers E.on. Trotzdem steigt der Aktienkurs nach der Bilanzvorlage.

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Der größte deutsche Energiekonzern E.on ist zugleich der größte Betreiber von Atomkraftwerken im Lande. Natürlich haben der Atomausstieg und die Brennelementesteuer 2011 das Ergebnis mit 2,5 Mrd. Euro belastet. Doch die Tatsache, dass der Konzern erstmals in die roten Zahlen gerutscht ist, hat mit der Atomkraft und dem langen Festhalten an dieser Technologie eher wenig zu tun.

Vielmehr waren es die schlechten Gas-Importverträge und Wertberichtigungen auf Kraftwerke in Spanien und Italien, die zum ersten Konzernverlust in der Unternehmensgeschichte geführt haben. E.on-Chef Johannes Teyssen hat lediglich die politisch verursachten Zusatzkosten des Fukushima-Jahres 2011 dazu genutzt, alle möglichen Belastungen auf einen Schlag abzuschreiben, um so die Bilanz gründlich aufzuräumen.

Damit ist das Schlimmste vorüber und die Grundlage für einen Neubeginn ist gelegt: Das zeigt bereits der beachtliche Sprung des E.on-Aktienkurses kurz nach der Bilanzvorlage. Die politischen und regulatorischen Risiken, die den Aktienkurs der E.on in den vergangenen Jahren so stark belastet hatten, dürften mit dem Erlass der Atomausstiegs- und Energiewende-Gesetze im vergangenen Sommer nun vorüber sein.

Es war ein Ende mit Schrecken für E.on, doch dafür herrscht nun im Vergleich zu früheren Zuständen relative Planungssicherheit. Falls die deutsche Politik jetzt auch noch erkennen sollte, dass sich die Energiewende nicht gegen, sondern mit den großen Konzernen viel besser bewerkstelligen lässt, können E.on-Aktionäre schon wieder Hoffnung schöpfen.