Prozess gegen Vertriebsvorstand

Ehemaliger MAN-Manager gesteht Bestechung

Ein Ex-MAN-Manager hat vor Gericht zugegeben, jahrelang Bestechungsgelder genehmigt zu haben. Nun verlangt MAN von ihm die Strafen zurück, die der Konzern zahlen musste.

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Der ehemalige Vertriebsvorstand der MAN-Nutzfahrzeugsparte hat gestanden, jahrelang Bestechungsgelder genehmigt zu haben. In einer kurzen von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung, räumte Peter E. am Mittwoch vor dem Landgericht München I die ihm zur Last gelegte Bestechung im geschäftlichen Verkehr vollständig ein. Dabei ging es um mehrere hunderttausend Euro, mit denen der Lastwagenverkauf angekurbelt wurde.

Vor dem Geständnis hatten sich Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft auf einen Deal geeinigt. Bei einem Geständnis sollte E. maximal ein Jahr und vier Monate zur Bewährung bekommen, bei einer Geldauflage von 40.000 Euro.

MAN will Geld zurück

E. bedauere sein Fehlverhalten und stelle sich seiner strafrechtlichen Verantwortung, sagte sein Verteidiger. Gleichzeitig betonte er, dass sein Mandant mit der Genehmigung der Zahlungen keine Bestechung vornehmen habe wollen, diese aber billigend in Kauf genommen habe. Er habe es auf jeden Fall unterlassen, sie zu verhindern.

Mit den häufig als Provisionen getarnten Zahlungen kurbelte der MAN-Konzern jahrelang seinen Absatz an. Die Vorgänge waren 2009 aufgeflogen. Zwei andere ehemalige MAN-Manager wurden bereits zu Bewährungsstrafen verurteilt. Der Konzern musste mehr als 200 Millionen Euro an Strafe und Kosten zur Aufklärung bezahlen.

Das Geld will MAN aber von seinen Ex-Managern zurück. Auch E. hat deswegen bereits Post bekommen, wie er am Mittwoch sagte.