Kreditwürdigkeit

Ratingriese stuft Griechenland herauf

Fitch hat Griechenlands Bonität von Zahlungsausfall auf B- heraufgesetzt. Die Ratingagentur warnte aber vor den Risiken der Anleihen des verschuldeten Landes.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Nach der historischen Milliarden-Umschuldung hat die Rating-Agentur Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands wieder um mehrere Stufen angehoben. Fitch versah die neuen Staatsanleihen des Landes am Dienstag mit der Note "B-" und einem stabilen Ausblick. B- ist immer noch Ramsch und der stabile Ausblick bedeutet nur, dass in Kürze keine Veränderung der Bewertung zu erwarten ist, nicht dass die Finanzen des Landes stabil sind.

Wegen des Schuldenschnitts hatte die Bewertung Ende Februar der alten griechischen Anleihen auf "beschränkten Zahlungsausfall“ gelautet. Die neuen Papiere gelten trotz besserer Bewertung noch lange nicht als sicher. Fitch warnte, es gebe weiterhin ein hohes Risiko, dass Griechenland auch die neuen Anleihen nicht bedienen kann, weil es noch immer so hoch verschuldet ist und die Wirtschaft tief in der Rezession steckt.

Die Verbindlichkeiten Athens sind durch die erzwungene "freiwillige“ Umschuldung um rund 107 Milliarden Euro vermindert worden, doch bleiben damit immer noch mehr als 240 Milliarden Euro übrig . Gemessen an der Wirtschaftleistung von 220 Milliarden Euro entspricht das einem Schuldenstand von aktuell rund 110 Prozent. In der Europäischen Union steht allein Italien tiefer in der Kreide, nämlich mit rund 120 Prozent.

Erschwerend hinzu kommt, dass Athen 2012 und vermutlich auch in den nächsten Jahren weiter Defizite verzeichnen wird: Die Verbindlichkeiten werden also steigen, nicht sinken – selbst wenn der jetzige Schuldenerlass eine Reduzierung der Zinslast mit sich bringt.