Insolvenz

Microsol übernimmt Berliner Solarfirma Solon

Das Berliner Solarunternehmen Solon ist gerettet - zum größten Teil jedenfalls. Der Insolvenzverwalter hat das Kaufangebot von Microsol angenommen. Der indisch-arabische Konzern will fast alle Standorte erhalten.

Foto: Steffen Pletl

Die Übernahme des insolventen Solarunternehmens Solon durch den Konkurrenten Microsol ist perfekt. Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg hat das Kaufangebot des indisch-arabischen Unternehmens angenommen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstag. Das Bundeskartellamt habe dem Verkauf bereits zugestimmt, der Geschäftsübergang sei bereits offiziell erfolgt.

Microsol hatte vergangene Woche schon genau ausgemalt, wie es mit Solon im Falle einer Übernahme weitergehen könnte - und genau so wird es nun auch kommen: 433 von 471 Mitarbeitern in Deutschland können ihren Job behalten. Der Standort Berlin bleibt ebenso erhalten wie die Tochtergesellschaften in Italien und den USA, die zusammen 235 Mitarbeiter beschäftigen.

Für die Solon Nord in Greifswald ist allerdings wie geplant Schluss. Die dort verbliebenen 18 Mitarbeiter bekommen die Kündigung. Für die französische Solon-Tochter SAS mit zehn Beschäftigten suche Wienberg weiter nach einem Käufer, hieß es.

Die finanzielle Situation bei Solon sei zum Schluss höchst prekär gewesen. Daher hätten die schon seit mehreren Wochen laufenden Verhandlungen unter hohem Zeitdruck gestanden, betonte der Insolvenzverwalter. Solon litt zuletzt unter der schwachen Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten und dem hohen Preisdruck, den die zum Teil deutlich günstigere Konkurrenz aus China in der gesamten Branche erzeugt. Mitte Dezember hatte das Unternehmen schließlich Insolvenz beantragt.