Schuldenkrise

FDP fordert mehr Dankbarkeit von den Griechen

Griechenland ist das einzige europäische Land, in dem es keinen breiten Konsens für die notwendigen Reformen gibt. Doch es ist noch nicht zu spät für Athen.

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FDP-General Patrick Döring hat die Griechen zu mehr Dankbarkeit gegenüber Deutschland aufgefordert. Die meisten Griechen würden zwar „erkennen, was wir leisten“, sagte Döring der „Bild am Sonntag“.

Einige Politiker aber schimpften lieber auf Europa, anstatt eigene Fehler zu benennen. „Es bedrückt mich, dass Griechenland das einzige europäische Land in Schwierigkeiten ist“, in dem es keine breite Allianz für die Durchsetzung notwendiger Reformen gebe.

„Es ist nicht zu spät für ein Wort des Dankes und Anerkennung für die Solidarität der Deutschen und aller Europäer“, sagte Döring. Einen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone hält Döring für gefährlich: „Ich habe volles Verständnis dafür, dass die Größe der Beträge und die Abhängigkeit von den Finanzmärkten den Menschen Sorge macht.

Aber ich komme als Ökonom zu dem Ergebnis, dass eine Pleite und ein Euro-Austritt Griechenlands weitaus schlimmere Konsequenzen für uns hätte als jedes Hilfspaket“, sagte er der Zeitung.

Entscheidend sei, dass die Griechen umsetzen, was sie versprochen haben. „Die Geduld der Partner, in Deutschland und in ganz Europa, ist da inzwischen sehr strapaziert“, sagte Döring weiter. „Deshalb gilt: Nur wenn mehr getan wird, wird auch mehr geholfen.“

Döring forderte Staatspräsident Karolos Papoulias auf, zur Mäßigung beizutragen, anstatt die Konflikte anzuheizen. Papoulias hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) im Februar eine Verhöhnung seines Landes vorgeworfen, nachdem dieser gesagt hatte, die Rettung Griechenlands dürfe kein Fass ohne Boden werden.