Automobilwirtschaft

Pkw-Inlandsnachfrage stagniert auf Vorjahresniveau

Die deutschen Autohändler bleiben im Februar auf ihren Neuwagen sitzen. In den USA dagegen floriert das Geschäft und wächst um 16 Prozent.

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Die Autohändler in Deutschland haben während der Kältewelle im Februar meist vergeblich auf Kundschaft gewartet. Mit rund 224.000 Einheiten kamen im vergangenen Monat etwa so viele Neuwagen auf die Straßen wie vor Jahresfrist, wie eine Person mit Kenntnis der Neuzulassungszahlen sagte. Während Privatleute einen Bogen um die Schauräume der Händler machten, lief das Flottengeschäft mit großen Autovermietern und Firmenwagen den Angaben zufolge rund.

Bereits zu Jahresanfang hatten Hersteller und Händler die Pkw-Nachfrage mit verkaufsfördernden Aktionen künstlich hoch gehalten. Das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt will die Neuzulassungen im Laufe des Tages veröffentlichen.

Auch im Februar registrierten Branchenexperten eine Vielzahl taktischer Zulassungen. Dabei melden Händler Neuwagen vorübergehend auf sich selbst an, um sie später als junge Gebrauchtwagen oder Tageszulassungen mit hohen Preisabschlägen zu verkaufen.

„Der Privatmarkt ist nach wie vor sehr schwach. Die Verbraucher sind sehr verunsichert und wissen nicht, wie sich die Konjunktur weiterentwickelt. Deshalb haben wir die höchsten Rabatte seit fünf Jahren“, sagte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer. Der VW-Golf werde bei Vermittlern im Internet etwa mit einem Preisabschlag von 20 Prozent angepriesen.

Geschäft in den USA floriert

Dagegen fassen die Verbraucher in den USA immer mehr Vertrauen in die wirtschaftliche Erholung. Auf dem nach China weltweit zweitwichtigsten Fahrzeugmarkt verbuchten die Hersteller im Februar den besten Verkaufsmonat seit vier Jahren. Die Neuzulassungen kletterten um 16 Prozent auf über 1,1 Millionen Einheiten und damit so stark wie lange nicht mehr.

Branchenexperten führten dies auf ein gestiegenes Verbrauchervertrauen zurück, das auch darin zum Ausdruck komme, dass der lange darnieder liegende Häusermarkt wieder Lebenszeichen von sich gebe. Selbst ein um 30 Prozent gestiegener Benzinpreis schreckte die Autokäufer nicht ab - anders als 2008, als der Benzinpreis erstmals die psychologisch wichtige Marke von vier Dollar je Gallone (etwa vier Liter) übersprang.

Damals hatten die Autokäufer die in den USA sonst so beliebten Kleinlaster und Geländewagen bei den Händlern stehen lassen und sich stattdessen kleinere, spritsparende Wagen in ihre Garagen gestellt.

Im vergangenen Monat verkauften sich allerdings auch die für Hersteller besonders lukrativen Pick-ups gut. Hinzu kommt, dass das hohe Durchschnittsalter der Autos von fast elf Jahren derzeit viele Besitzer zum Kauf eines Neuwagens zwingt.

Vor allem Volkswagen profitiert

Am stärksten steigerte unter den großen Herstellern die von Fiat kontrollierte Marke Chrysler ihren Absatz im Februar: Sie verbuchte ein Plus von 40 Prozent. Ford legte um 14 Prozent zu. Dagegen konnte sich die Opel-Mutter GM, die künftig mit Peugeot zusammenarbeitet, bei den Neuzulassungen nur leicht verbessern (plus 1,1 Prozent).

Das kleine Plus sorgte dennoch für eine Überraschung, da Analysten mit einem Rückgang gerechnet hatten, weil der Konzern weniger Preisnachlässe angeboten hatte als im vergangenen Jahr. Nach einer längeren Dursttrecke steigerte sich auch der japanische Autobauer Toyota wieder (plus 12,4).

Unter den deutschen Autobauern konnte Volkswagen am stärksten zulegen (plus 43 Prozent), weil sich der speziell für den US-Geschmack entwickelte Passat gut verkauft. BMW legte dank des neuen 3er-Modells um fast ein Drittel zu, gefolgt von Daimler, deren Tochter Mercedes-Benz USA 22 Prozent mehr verkaufte als vor Jahresfrist. Der mit VW verbundene Sportwagenbauer Porsche meldete ein vergleichsweise kleines Plus von 6,4 Prozent.