Wirtschaftskrise

Arbeitslosigkeit in Euro-Zone auf Rekordhoch

| Lesedauer: 2 Minuten

Innerhalb nur eines Monats haben mehr als 180.000 EU-Bürger ihren Job verloren. Eine hohe Inflation setzte den Menschen zusätzlich zu.

Eine Rekord-Arbeitslosigkeit und steigende Preise setzen der am Rande der Rezession stehenden Euro-Zone zu. Die Arbeitslosenquote stieg im Januar überraschend auf 10,7 Prozent, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Seit Dezember verloren damit 185.000 Männer und Frauen ihren Job.

Spanien hat mit 23,3 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in der Währungsunion, Österreich mit vier Prozent die niedrigste. In Deutschland liegt der nach Standards der Internationalen Arbeitsorganisation berechnete Wert bei 5,8 Prozent.

Die Berechnungsmethode weicht leicht von der der Bundesagentur für Arbeit ab, die am Mittwoch die offiziellen Februar-Zahlen für Deutschland veröffentlicht hatte . Demnach waren im Februar 3,11 Millionen Menschen hierzulande ohne einen Job, 26.000 mehr als im Januar, aber 203.000 weniger als vor einem Jahr.

Die Kaufkraft der Verbraucher in der Euro-Zone wird auch von steigenden Preise gedrückt. Teures Tanken und Heizen feuerten die Inflation überraschend an. Waren und Dienstleistungen kosteten im Februar im Schnitt 2,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Januar waren es noch 2,6 Prozent.

Hauptgrund waren die wegen der Iran-Krise steigenden Ölpreise. In Euro berechnet kostete Öl im Februar so viel wie nie zuvor. Das führte auch in Deutschland zu Rekordpreisen für Benzin und Diesel . Heizöl verteuerte sich ebenfalls kräftig.

Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht nur bei Werten knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Wegen der hartnäckig hohen Inflation dürften sie Experten zufolge zögern, ihren Leitzins weiter zu senken . Dies könnte den kreditfinanzierten Konsum befeuern und die Inflation weiter anheizen.

Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von einem Prozent. Die steigenden Ölpreise machen nicht nur den Verbrauchern zu schaffen, sondern auch den Unternehmen . „Infolge der Verteuerung von Kraftstoffen, Öl, Kunststoffen und Stahl sowie weiterer Rohstoffe beschleunigte sich der Kostenauftrieb so stark wie selten zuvor in der Umfragegeschichte“, erklärte das Markit-Institut, das im Februar Tausende Unternehmen befragt hat. Galoppierende Einkaufspreise vermeldeten vor allem Hersteller von Vorleistungsgütern wie Chemieerzeugnissen und Metallen.

In allen von der Umfrage erfassten Ländern stieg der Preisdruck und erreichte meist wieder die Werte von Mitte 2011. Ihre Verkaufspreise konnten die Firmen aber wegen der anhaltenden Nachfrageschwäche und des starken Wettbewerbs kaum erhöhen.