Solarunternehmen

Solon vor Einigung mit indischem Investor

Das insolvente Berliner Solarunternehmen Solon hat einen Investor gefunden. Bei dem Deal mit dem indisch-arabischen Unternehmen Microsol mit dem insolventen Solarmodulherstellers wird noch um letzte Details mit Banken gerungen.

Seit Monaten wird verhandelt, nun ist, fast sprichwörtlich in letzter Minute, die Rettung greifbar nahe: Eine Einigung mit dem indischen Solarunternehmen Microsol über den Kauf des insolventen Berliner Fotovoltaikherstellers Solon ist nach Informationen der Morgenpost so gut wie erzielt. Für den 2. März ist eine öffentliche Erklärung von Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg geplant, heißt es aus seinem Büro. Mehr will der Sprecher von Wienberg nicht sagen. Es wird nach Morgenpost-Informationen noch um letzte Details gerungen. Konkret geht es um die Freigabe von Sicherheiten vonseiten der Banken für das Geschäft.

Bis zum 29. Februar zahlt die Bundesagentur für Arbeit die Gehälter und Löhne der Solon-Mitarbeiter. Sollte alles klappen, würden rund 400 Berliner Beschäftigte von Solon ihren Arbeitsplatz behalten, nur zwei Dutzend soll gekündigt werden. Dies war Teil des Angebots von Microsol, das vor zwei Wochen bekannt wurde. Damit bliebe der Großteil der Berliner Stellen erhalten. Bislang ist nicht bekannt, ob die Belegschaft Einbußen beim Gehalt hinnehmen muss.

Solon hatte im Dezember vergangenen Jahres Insolvenz anmelden müssen. Auf dem Unternehmen lastet ein Schuldenberg von 400 Millionen Euro. Der Solarpionier aus der Hauptstadt leidet wie alle deutschen Branchenunternehmen unter der harten Konkurrenz vor allem chinesischer Fotovoltaikhersteller. Trotz eines Rekordzubaus an Fotovoltaikanlagen im vergangenen Jahr durchleiden alle deutschen Hersteller eine tiefe Krise. Vor diesem Hintergrund hadert die Branche mit den Plänen der Minister Philipp Rösler (Wirtschaft, FDP) und Norbert Röttgen (Umwelt, CDU). Diese haben sich vergangene Woche auf eine weitere Kürzung der Solarförderung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geeinigt.

Allerdings könnte die beschlossene Kürzung der Solarstrom-Subventionen sich auf lange Sicht sogar in einen Vorteil für die Fotovoltaik-Branche verwandeln. Das geht aus Berechnungen des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) hervor. Danach bedeutet die Umstellung der Einspeisevergütung auf eine monatliche Degression nur in diesem und kommenden Jahr eine echte, zusätzliche Kürzung der Einspeisevergütung. Danach schlägt der Nachteil in einen Vorteil um: Denn ab 1. Januar 2014 wird Solarstrom aus Dachanlagen um vier Prozent, ab 2015 sogar um 22 Prozent höher vergütet, als es nach dem bisherigen Fördersystem der Fall gewesen wäre. Dieser Befund gilt nur für den Fall, dass es bei dem derzeitigen Zubau an Solarmodulen von mehr als 7,5 Gigawatt pro Jahr bleibt. Selbst Strom aus großen solaren Freiflächenanlagen würde ab 2015 im Vergleich zur heutigen Regelung höher vergütet.

Nach der bisherigen EEG-Regelung hängt die Höhe der Einspeisevergütung von der jeweiligen Zubaumenge von Solarmodulen in Deutschland ab. Werden viele Module installiert, sinkt die Vergütung demnach um insgesamt 24 Prozentpunkte pro Jahr. In den vergangenen beiden Jahren wurden jeweils rund 7500 Megawatt zugebaut – was den Zielkorridor der Bundesregierung um mehr als das Doppelte übertraf und die langfristige Belastung der Verbraucher auf über 100 Milliarden Euro katapultierte.

Der Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Holger Krawinkel, rechnet mit einem weiterhin starken Zubau. „Ich kann nicht erkennen, warum es jetzt bei solaren Hausdachanlagen zu einem geringeren Wachstum kommen soll“, sagte Krawinkel.