Konsumklima

Deutsche gut gelaunt wie lange nicht

Die Deutschen rechnen mit deutlich steigenden Löhnen und Gehältern. Das steigert nach Angaben der GfK-Marktforscher ihre Kauflaune - vor allem bei größeren Anschaffungen.

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Trotz Konjunkturflaute und hoher Benzinpreise sind die deutschen Verbraucher so gut gelaunt wie seit einem Jahr nicht mehr. Der Konsumklimaindex legte im Februar im Vergleich zum Vormonat um 0,2 auf 5,9 Punkte zu, wie der Marktforscher GfK am Dienstag in Nürnberg zu ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern mitteilte.

Das für März berechnete Konsumklima-Barometer kletterte wie von Fachleuten erwartet von 5,9 auf 6,0 Punkte. Höher war er zuletzt im Oktober 2007 mit 6,4 Zählern.

„Die Beschäftigen hoffen, dass bei den anstehenden Tarifverhandlungen die Lohn- und Gehaltszuwächse besser ausfallen werden als in der Vergangenheit“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Konjunktur wird dagegen etwas skeptischer eingeschätzt, die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen bleibt trotz eines kleinen Dämpfers auf hohem Niveau.

Der Konsumklimaindex setzt sich aus den drei Teilindikatoren der Einkommens- und Konjunkturerwartung sowie der Anschaffungsneigung zusammen. Seinen Höchstwert erreichte er im Januar 1999 mit 26,2 Punkten.

Hauptgrund für die gute Entwicklung ist nach Einschätzung von GfK-Forscher Rolf Bürkl der nach wie vor robuste Arbeitsmarkt. Dadurch rechneten die Verbraucher in diesem Jahr mit höheren Einkommen. Gleichzeitig schätzten sie aber die wirtschaftliche Entwicklung im Land skeptischer ein als im Vormonat. Auch ihre Kauflaune trübte sich im Monatsvergleich etwas ein. Sie liegt aber nach wie vor auf einem überaus hohen Niveau.

„Die Verbraucher gewinnen offenbar den Eindruck, dass eine Erholung der deutschen Konjunktur nicht ganz reibungslos verlaufen wird und angesichts der tiefen Schuldenkrise in Europa auch für Deutschland nicht zu unterschätzende Risiken bestehen“, erklärte Bürkl in der Studie. So verschlechterte sich der Index der Konjunkturerwartung im Vergleich zum Januar um 1,6 auf 5,9 Punkte. Vor einem Jahr lag er bei 57,1 Punkten.

Geld wird lieber ausgegeben als angelegt

Leicht bergab ging es auch mit dem Index der Anschaffungsneigung: Er verringerte sich um 2,6 auf 39,2 Punkte. GfK-Experte Bürkl führte dies auf die Schuldenkrise zurück. Allerdings hielten es die Verbraucher angesichts niedriger Zinsen und ihres Misstrauens gegenüber den Finanzmärkten nach wie vor für besser, ihr Geld für werthaltige Anschaffungen auszugeben, statt es anzulegen.

Weiter zulegen konnte der Index der Einkommenserwartung, und zwar um 7,2 auf 41,3 Zähler. Zuletzt war er im Juni 2011 höher. Wesentlich dazu beigetragen hat der robuste Arbeitsmarkt. Die Beschäftigten hoffen laut GfK, dass bei den anstehenden Tarifverhandlungen die Lohn- und Gehaltszuwächse besser ausfallen als in der Vergangenheit und auch nach Abzug der Inflation noch ein Plus bleibt.

Die GfK sieht nach dem positiven Jahresauftakt ihre Prognose bestätigt, wonach der Privatkonsum im laufenden Jahr eine wesentliche Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung sein wird und dazu beiträgt, ein Abgleiten in die Rezession zu verhindern.