Insolvente Drogeriekette

Schlecker-Betriebsrat plädiert für Staatshilfen

Der Betriebsrat der insolventen Drogeriekette Schlecker fordert Staatshilfen zur Rettung des Unternehmens. So könnten Läden in Dörfern und Kleinstädten gehalten werden.

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Der Gesamtbetriebsrat der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker fordert Staatshilfen zur Rettung des Unternehmens. Die Hoffnung sei, dass mit öffentlichen Fördergeldern zumindest die Läden in Dörfern und Kleinstädten erhalten werden könnten, sagte die Rechtsanwältin und Beraterin des Gesamtbetriebsrates, Elke Lill, dem Online-Portal des „Manager Magazins“.

"Schlecker-Filialen sind für die Grundversorgung auf dem Land unverzichtbar“, begründete Lill die Forderung. Schon heute müssten Dorfbewohner oft mehr als 20 Kilometer bis zum nächsten Einzelhändler zurücklegen. Weitere Schließungen würden die Situation massiv verschärfen.

"Insbesondere ältere Menschen ohne Auto und Internetzugang würden erhebliche Probleme bekommen, überhaupt noch Waren einkaufen zu können“, warnte Lill. „Eine staatliche Förderung wäre deshalb nicht nur möglich, sondern unseres Erachtens auch erforderlich“, sagte die Insolvenz-Expertin.

Lill zufolge könnte beispielsweise der Europäische Sozialfonds (ESF) Mittel bereitstellen. Dieser sei speziell für die Förderung strukturschwacher Regionen gegründet worden. Der Rechtsanwältin zufolge hoffen die Betriebsräte darauf, dass Schlecker mit den staatlichen Geldern die Verluste seiner häufig defizitären Dorfläden ausgleichen könnte.

Weitere Schließungen könnten nach Ansicht des Betriebsrats diese Situation noch verschärfen. „Insbesondere ältere Menschen ohne Auto und Internetzugang würden erhebliche Probleme bekommen, überhaupt noch Waren einkaufen zu können“, warnte Lill. Sie brachte daher den Europäischen Sozialfonds (ESF) ins Spiel, der speziell für die Förderung strukturschwacher Regionen gegründet wurde. Nach Ansicht des Betriebsrats könnte mit den Staatsgeldern der Verlust der häufig defizitären Dorfläden ausgeglichen werden.

Schlecker hatte vor einem Monat offiziell Insolvenz angemeldet. Die Kette machte seit mindestens drei Jahren Verluste. Mitte vergangenen Jahres verfügte Schlecker nach eigenen Angaben noch über rund 7500 Drogeriemärkte in Deutschland. Die weitere Zukunft des Unternehmens ist offen.

Seitdem bangen bundesweit etwa 32.000 Mitarbeiter um ihre Jobs. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz arbeitet derzeit an einem Sanierungsplan. Ziel ist der Erhalt möglichst vieler Filialen und Stellen.