Ergo-Chef Oletzky

"Die Budapest-Geschichte ist unentschuldbar"

Vor einem Jahr kam heraus, dass sich Mitarbeiter der Ergo-Versicherung 2007 in der Budapester Gellert-Therme mit Prostituierten vergnügten. Das ist am Chef nicht spurlos vorbeigegangen.

Foto: andre laame

Torsten Oletzky, Vorstandsvorsitzender der Versicherungsgruppe Ergo, hat trotz der Skandal-Serie im vergangenen Jahr nie über einen Rücktritt nachgedacht, sagte er der Morgenpost Online.

„Da blieb nicht viel Zeit für düstere Gedanken“, so Oletzky. Ergo war in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass sich einige Vertreter bei einem Firmenausflug in Ungarn mit Prostituierten vergnügt hatten. „ Die Budapest-Geschichte ist unsäglich und unentschuldbar. Ich bin natürlich oft darauf angesprochen worden. Und klar, das ging nicht spurlos an mir vorbei. Und auch nicht am Unternehmen. Das war eine schwere Zeit.“

Zu Konsequenzen aus dem Skandal sagte Oletzky: "Wir haben ja schon vorher begonnen, unsere Leitlinien zu überarbeiten. Und diesen Prozess führen wir weiter. Wir haben beispielsweise eine Whistleblower-Hotline eingeführt, an die sich Mitarbeiter anonym wenden können."

Für die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr ist er optimistisch: „Wir haben keine Anzeichen, dass das Jahr 2012 weniger positiv verlaufen könnte, als das Jahr 2011 geendet hat. Insofern bin ich guter Dinge.“ Wachsen will Ergo im Bereich Schaden- und Unfallversicherung: „Da sind wir noch unter fünf Prozent Marktanteil. Da ist noch Musik drin.“