Tarifstreit

Streik am Flughafen Frankfurt wird ausgeweitet

Ab 15 Uhr wird am Frankfurter Flughafen gestreikt, und das eigentlich nur bis zum Abend. Doch nun soll der Arbeitskampf auch auf den Freitag ausgedehnt werden. Reisenden wird empfohlen, sich bei ihren Fluglinien über Ausfälle zu informieren.

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Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) weitet den Streik am Frankfurter Flughafen aus. Nach dem siebenstündigen Streik am Donnerstag soll Deutschlands größter Airport auch am Freitag von 8 bis 22 Uhr bestreikt werden, sagte ein GdF-Sprecher am Donnerstag.

In Frankfurt drohen heute ab 15 Uhr zahlreiche Flugausfälle. Grund ist ein angekündigter Streik von rund 200 Beschäftigten vom Vorfeld, die höhere Gehälter erzwingen wollen. Der Flughafenbetreiber Fraport geht von Verzögerungen und Flugausfällen aus, will aber den Betrieb mindestens zur Hälfte aufrechterhalten.

Möglicherweise versucht Fraport auch noch, den Streik juristisch mit einer einstweiligen Verfügung zu stoppen. Eine Entscheidung darüber war noch offen. Der Streik soll um 15 Uhr beginnen und sieben Stunden anhalten.

Passagiere wurden aufgefordert, sich mit ihren Fluggesellschaften in Verbindung zu setzen. Lufthansa und andere Gesellschaften haben begonnen, ihre Flugpläne umzubauen.

„Es kann passieren, dass kein Flieger die Position verlässt oder an Position ankommt“, sagte GdF-Bundesvorstand Tarif und Recht, Markus Siebers. Er schätzte, dass rund 400 Flüge von dem Streik betroffen sein werden. Das seien etwa 30 bis 40 Prozent des Tagesverkehrs von derzeit rund 1250 Flügen am Flughafen Frankfurt. Siebers schloss weitere Streiks nicht aus. Diese würden mit 24 Stunden Vorlauf angekündigt.

Ein Sprecher der Lufthansa kündigte an, dass die Fluggesellschaft wegen des Streiks 100 Flüge von und nach Frankfurt streichen werde. Damit fällt rund ein Drittel der geplanten 316 Flüge am Donnerstag aus. Passagiere können auf der Lufthansa-Homepage eine Liste aller gestrichenen Flüge einsehen. Umbuchungswünsche nimmt die Lufthansa-Hotline entgegen.

Am frühen Nachmittag waren die Berliner Flughäfen noch nicht vom Streik in Frankfurt betroffen. Wie der Berliner Flughafensprecher Ralf Kunkel sagte, seien bisher drei Flüge von Frankfurt nach Tegel gestrichen sowie zwei Flüge in die Gegenrichtung. Schönefeld sei nach bisherigem Stand von Auswirkungen verschont. Allerdings könne sich die Lage minütlich ändern. „Alle Fluggäste sollten engen Kontakt zu ihren Airlines halten“, empfahl Kunkel.

Hintergrund ist der Tarifkonflikt um 200 Beschäftigte, die als Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen oder Flugzeug-Einweiser arbeiten. Sie wollen über die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) ein deutlich höheres Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen erreichen. Die Jobs der streikenden Spezialisten sollen teils Manager übernehmen, die vor Jahren auf dem Vorfeld tätig waren und nun nachgeschult wurden.

Der Flughafenbetreiber Fraport hatte einen Schlichterspruch des Hamburger CDU-Politikers Ole von Beust abgelehnt und eine nachfolgende Erklärungsfrist der Gewerkschaft verstreichen lassen.

Flugreisende können sich nach Angaben von Fraport unter folgender Rufnummer über die Lage am Frankfurter Flughafen informieren: 01805-3724636 (laut Fraport-Website 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz, maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz)