Areva

Atomkonzern streicht 1200 Stellen in Deutschland

Die Energiewende nach Fukushima und Verzögerungen am AKW in Finnland machen Areva zu schaffen. Jetzt streicht der Atomkonzern Arbeitsplätze.

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Der französische Atomkonzern Areva will nach Gewerkschaftsangaben im Zuge seines Sparprogramms mehr als 1200 Stellen in Deutschland streichen. Wie aus der französischen Gewerkschaft CGT in Paris verlautete, bestätigte die Konzernspitze „die Streichung von mehr als 1200 Stellen in Deutschland“. Areva hat in Deutschland derzeit 6000 Stellen.

Die Direktion habe jedoch nichts zur Zahl der Stellenstreichungen in den USA und Belgien gesagt, sagte der für die Atombranche zuständige CGT-Vertreter Patrick Lescure der Nachrichtenagentur AFP.

Laut Lescure will Areva im kommenden Jahr in Frankreich 1200 frei werdende Posten von Mitarbeitern mit Zeitverträgen unbesetzt lassen. Areva-Chef Luc Oursel hatte Ende November noch versichert, dass Jobs in Frankreich nicht von den Kürzungen betroffen seien.

Areva zählt weltweit 48.000 Mitarbeiter, davon 28.000 in Frankreich. Das nach der Atomkatastrophe von Fukushima in die roten Zahlen gekommene Unternehmen hatte am Montag angekündigt, bis 2015 jährlich eine Milliarde Euro einsparen zu wollen. Hinzu kommen weitere Rückstellungen für die Verspätungen beim Bau des Europäischen Druckwasserreaktors EPR in Finnland sowie Wertberichtigungen über 1,5 Milliarden Euro für den vor vier Jahren übernommenen Uranminen-Betreiber UraMin aus Kanada.

Dies führe dazu, dass der mehrheitlich vom französischen Staat kontrollierte Konzern tief in die roten Zahlen rutsche, berichten französische Medien. Areva rechnet nun laut einer Mitteilung vom Montag mit einem voraussichtlichen Verlust von 1,4 Milliarden bis 1,6 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr.

Die Atomkatastrophe von Fukushima hatte heftige Konsequenzen für das Geschäft von Areva. Nachdem mehrere Staaten den Atomausstieg beschlossen oder den Bau von Kernkraftwerken auf Eis legten, sank auch die Nachfrage nach Nuklearbrennstoffen. Areva setzte deshalb unter anderem die Produktion in zwei seiner Urananreicherungsanlagen bis Ende des Jahres aus.