IHK-Konjunkturumfrage

Berlins Wirtschaft ist weiter auf Wachstumskurs

Für rund 92 Prozent der Unternehmen in Berlin und Brandenburg laufen die Geschäfte, trotz Finanzkrise, nach wie vor gut. Und auch die IHK-Konjunkturumfrage sieht die Wirtschaft in der Region weiter auf Wachstumskurs – neuen Jobs und mehr Investitionen inklusive.

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Ungeachtet der Staatsschuldenkrise im Euroraum stehen die Weichen der Berliner und Brandenburger Wirtschaft weiterhin auf Wachstum. Nach einer am Dienstag vorgestellten Umfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) unter mehr als 1.500 Unternehmen ist die aktuelle Stimmung so gut wie zuletzt 2007. Der entsprechende Geschäftsklimaindex stieg im Vergleich zum Vorjahr um einen auf 123 Punkte. Allerdings sind die Aussichten auf das laufende Jahr getrübt.

92 Prozent der befragten Betriebe schätzten ihre laufenden Geschäfte als gut oder zufriedenstellend ein, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, Jan Eder. Das seien zwei Prozentpunkte mehr als zu Beginn des vergangenen Jahres. Impulsgeber ist seinen Angaben zufolge erneut die Dienstleistungsbranche, die mit einem Index von 125 Zählern einen neuen Höchststand erreicht hat und den Wert des Vorjahres um fünf Punkte übertroffen hat.

Gut laufende Geschäfte verzeichnen nach der aktuellen Konjunkturumfrage außerdem Industrie, Handel und Bau. Allerdings werden die Aussichten für 2012 zurückhaltender beurteilt. Laut Eder sorgen die Euro-Schwäche und steigende Energie- und Rohstoffpreise für Verunsicherung. „Die Unternehmen rechnen aber mit keinem wirtschaftlichen Einbruch“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam, René Kohl. 19 Prozent der Berliner Betriebe erwarten ungünstigere Geschäftsbedingungen. In Brandenburg sind es 18 Prozent.

Flughafen sorgt für Wachstumsimpulse

Laut Umfrage rechnet die Industrie mit nachlassendem Wachstum. „Bei den Dienstleistern in Berlin dominiert Optimismus, im Land Brandenburg geht man von konstanten Geschäften aus“, erläuterte Kohl. Anders sieht die Lage in der Baubranche aus: In Brandenburg stellen sich 27 Prozent auf schlechtere Geschäfte ein, in der Hauptstadt sind es sieben Prozent.

Unterm Strich rechnen die Experten der Kammern für 2012 mit keinem „nennenswerten, längerfristigen Wachstumseinbruch“. Eder erwartet für die Hauptstadt ein gesamtwirtschaftliches Plus von einem Prozent. Nach Einschätzung von Jens Krause, Leiter für Standortpolitik bei der IHK Cottbus, dürfte der neue Hauptstadtflughafen in Schönefeld für weitere Impulse sorgen. 70 Prozent der Unternehmen in beiden Bundesländer rechnen in den kommenden Monaten mit steigenden oder gleich bleibenden Investitionen.

Zugleich wollen die Unternehmen in den beiden Bundesländern weitere Arbeitsplätze schaffen, wie der Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg, Gundolf Schülke, unterstrich. Insbesondere Industriebetriebe und der Dienstleistungssektor planten Expansionen.