Social Media

Facebook gibt Startschuss für Börsengang

Die IT-Branche vor dem größten Börsengang aller Zeiten. Facebook hat den letzten Schritt dazu getan und bei der US- Börsenaufsicht SEC tatsächlich seine Papiere eingereicht. Der Social-Media-Gigant will damit mindestens 5 Milliarden Dollar einsammeln.

Foto: dpa / dpa/DPA

Facebook hat den ersten Schritt auf seinem Weg an die Börse getan. Am späten Mittwochnachmittag (Ortszeit) veröffentlichte das weltgrößte soziale Netzwerk seinen Börsenprospekt, mit dem es bei Investoren für seine Aktien wirbt. Einen Termin für den eigentlichen Gang aufs Parkett gibt es noch nicht.

Das Volumen des Börsengangs liegt bei zunächst 5 Milliarden Dollar und damit nur halb so hoch wie ursprünglich erwartet. Allerdings kann sich diese Summe noch erhöhen. Es ist üblich, dass Firmen tiefstapeln, dann die Reaktion der Investoren abwarten und – falls genügend Nachfrage besteht – später den Preis erhöhen.

Wie das Börsenprospekt weiter verrät, wächst Facebook rasant und verdient auch Geld, vor allem mit Werbeeinnahmen: Im vergangenen Jahr blieben unterm Strich 1 Milliarde Dollar übrig, 2010 waren es 606 Millionen Dollar und 2009 immerhin schon 229 Millionen Dollar. Der Umsatz lag zuletzt bei 3,7 Milliarden Dollar.

Viele Investoren stellen sich aber die Frage, ob diese Zahlen die kolportierte Firmenbewertung von 75 bis 100 Milliarden Dollar rechtfertigen. Facebook selbst lässt in dem Börsenprospekt noch keine Rückschlüsse zu, welchen Wert das Management dem Unternehmen zumisst. Weder wird die Anzahl der auszugebenden Aktien angegeben, noch der Preis für das einzelne Papier.

Bis zum eigentlichen Börsengang, der für das späte Frühjahr oder den Sommer erwartet wird, wird Facebook die Informationen noch nachreichen. Dann wird auch feststehen, ob sich Gründer Mark Zuckerberg selbst von Anteilen trennt. Er hält laut den Angaben aus dem Prospekt gut 28 Prozent der Anteile. Das gesamte Management kommt auf 70 Prozent, der Rest liegt bei Finanzinvestoren.

Facebook gilt als der spektakulärste Börsengang des Internet-Zeitalters angesichts der 845 Millionen Nutzer. Bereits seit Tagen ist die Wall Street in heller Aufregung. Investoren hoffen auf ein lukratives Investment, Banker und Aktienhändler auf satte Gebühreneinnahmen.

Ein Vielfaches von Google, Yahoo und Co.

Facebook verbindet heute gut 800 Millionen Nutzer, von denen nur ein Viertel überhaupt im Heimatmarkt sitzen. Großes Potenzial bieten laut Gartenberg Lateinamerika und Asien. Der Konzern arbeite zudem daran, sich neben der Werbung neue Erlösquellen zu erschließen - etwa im Mobilgeschäft und mit Online-Spielen, Musik und Filmen. Je nach Lesart erwarteten Beobachter, dass Facebook mit einem Gang an die Börse fünf bis zehn Milliarden US-Dollar einsammeln könnte. Zum Vergleich: Als Google 2004 den Weg an die Börse schritt, nahm der Konzern dabei 1,7 Milliarden US-Dollar ein.

Kritik am Geschäftsmodell hält an

Gründer Mark Zuckerberg könnte mit dem Börsengang einer der reichsten Menschen der Welt werden. Aber auch viele Mitarbeiter dürften von Aktien-Optionen profitieren und reich werden. Erste Kritiker fürchten, damit könnte sich Facebook von einem sehr agilen Start-up zu einem schwerfälligen Konzern wandeln. Nicht zuletzt könne Facebook auch ein Ziel von Spekulanten sein. Das Unternehmen sei überdies wegen seiner gigantischen Nutzerzahl mit keinem anderen vergleichbar. Von einem Börsengang könnten auch Nutzer und Datenschützer profitieren. Mit einer Notierung in den USA kommen auf Facebook viele Veröffentlichungs-Pflichten zu.