Arzneimittel

Preise für Medikamente in Deutschland sinken

Rabattverträge zwischen Krankenkassen und der Pharmaindustrie und mehr Generika drücken die Kosten für Medikamente, ermittelt die AOK.

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Medikamente sind im vergangenen Jahr in Deutschland einem Bericht zufolge günstiger geworden. Die Preise für Arzneimittel seien auf Jahressicht um durchschnittlich 2,4 Prozent gesunken, berichtete die „Bild“-Zeitung.

Das Blatt berief sich auf neue Daten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK . Über den längeren Zeitraum von Januar 2010 bis Dezember 2011 habe der Rückgang sogar bei 3,6 Prozent gelegen. Als Gründe für das Minus nannten die AOK-Experten unter anderem die Einführung neuer Generika sowie sinkende Festbeträge für bestimmte Präparate.

So hat zum Beispiel die Techniker Krankenkasse inzwischen für 209 generische Wirkstoffe Rabattverträge mit 67 Pharmaunternehmen vereinbart. Das Einsparvolumen beträgt über 100 Millionen Euro pro Jahr.

AOK spricht von Verschwendung

Der AOK-Bundesverband wirft der Bundesregierung angesichts steigender Beitragseinahmen Milliardenverschwendung im Gesundheitssystem vor. „In Deutschland versickern Milliarden bei Ärzten oder in Krankenhäusern, ohne dass dies einen spürbaren Nutzen für die Patienten bringt“, sagte AOK-Bundesverbandschef Uwe Deh der „Augsburger Allgemeinen“.

Der Bundesverbandschef warf FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr vor, „viel neues Geld über den vorhandenen Ärzten“ auszuschütten, ohne dass dies die Probleme in der Patientenversorgung löse: „Die vorhandenen Ärzte bringt man so nicht aufs Land oder in die sozialen Problemviertel unserer Großstädte“, kritisierte der Kassenvertreter. Es gebe „nicht zu wenig Ärzte, sie sind nur falsch verteilt in Deutschland“, betonte Deh.