Euro-Krise

Griechenland erwartet Schuldenschnitt binnen Tagen

Eine Einigung über den "freiwilligen" Haircut rückt immer näher. In Athen rechnet man mit einem schnellen Abschluss der Verhandlungen.

Foto: AFP

Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos rechnet binnen Tagen mit einer Einigung über einen Schuldenschnitt für sein Land. „Wir haben in den vergangenen Wochen und besonders in den letzten Tagen deutliche Fortschritte erzielt“, sagte Papademos.

Die Gespräche mit den privaten Gläubigern sollten so schnell wie möglich abgeschlossen werden, sagte Papademos. „Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass uns das in den kommenden Tagen gelingen wird.“ Der internationale Bankenverband IIF verhandelt mit der Regierung in Athen seit Wochen über einen Schuldenschnitt.

Papademos und sein Finanzminister Evangelos Venizelos haben mit dem Geschäftsführer des IIF Charles Dallara und anderen Bankexperten nun drei Tage, viele Stunden verhandelt. Die Verhandlungen verliefen zäh, hieß es aus Bankenkreisen.

Dallara soll als Vertreter der Banken einen etwas günstigeren Zins für die neuen Anleihen vorgeschlagen haben, die die alten griechischen Staatsanleihen ersetzen sollen. Nach Informationen aus griechischen Bankquellen sei nun ein Zinssatz von 3,8 Prozent im Gespräch.

Noch vor wenigen Tagen habe Dallara 4,0 Prozent im Durchschnitt vorgeschlagen. Die Zinsen sollten aber steigen, wenn die griechische Wirtschaft wieder wachse. Der Zinssatz für die neuen Papiere ist ein zentraler Streitpunkt.

Außerdem wollen die Banken sicher sein, dass für die neuen Anleihen britisches Recht gilt. So wollen sie sich absichern, dass Griechenland eine Umschuldung künftig nicht mehr rechtlich erzwingen kann. Der angestrebte Forderungsverzicht der privaten Gläubiger soll Griechenlands Schulden um rund 100 Milliarden Euro drücken.

Eine Beteiligung der privaten Gläubiger ist Voraussetzung für ein zweites Hilfspaket für Griechenland über 130 Milliarden Euro. Auch hier ist Papademos optimistisch. Die Gespräche mit der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds sollten Mitte nächste Woche zu einem Abschluss kommen. „Lieber früher als später.“ Griechenland werde nicht pleitegehen, zeigte sich Papademos überzeugt. Das Land habe bei seinen Strukturreformen Fortschritte erzielt. „Es wurde viel mehr erreicht, als es manchmal aussieht.“