Konsumklima

Inflationsangst heizt die Kauflust der Deutschen an

In der Krise wächst die Kauffreude der Deutschen. Auch in diesem Jahr wird der private Konsum zu einer wichtigen Konjunkturstütze.

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Deutsche Verbraucher sind mit Optimismus ins neue Jahr gestartet und rechnen auch in den kommenden Monaten mit einer wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung.

In Erwartung steigender Einkommen haben sich Verbraucher zum Jahresauftakt auch wieder etwas kauffreudiger gezeigt, berichtete die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bei der Veröffentlichung ihrer Konsumklimastudie für Januar. Der aus Umfrageergebnissen errechnete Konsumklimaindex dürfte daher nach GfK-Einschätzung im Februar von 5,7 auf 5,9 Punkte steigen.

Verbraucher sind optimistischer als je zuvor

Vor allem der Konjunkturoptimismus ist nach dem Ergebnis der GfK-Umfrage unter 2000 Verbrauchern wieder deutlich gewachsen. „Die Konjunkturerwartung legte zum zweiten Mal in Folge zu. „Die deutschen Verbraucher stemmen sich weiter gegen zunehmende Konjunkturrisiken sowie die anhaltende Schuldenkrise im Euro-Raum“, betont die GfK.

Der private Konsum wird nach Prognosen des Marktforschungsinstituts GfK auch im Jahr 2012 eine wichtige Konjunkturstütze bleiben. „Wir gehen davon aus, dass der Anteil des privaten Konsums am Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr bei 60 Prozent liegen dürfte“, sagte der GfK-Marktforscher Rolf Bürkl. Bei entsprechender guter wirtschaftlicher Entwicklung könnte der Anteil des Konsum sogar noch ein Zehntel höher ausfallen.

Wie stark der private Konsum in diesem Jahr am Wachstum des Bruttoinlandsprodukts beteiligt ist, darauf wollte sich Bürkl dagegen vorerst nicht äußern. Daran arbeite die GfK derzeit noch; die entsprechende Jahresprognose wolle sie erst im Februar veröffentlichen. Im Jahr 2011 hatte der Beitrag des privaten Konsum zum 3-prozentigen BIP-Wachstum bei rund 1,5 Prozentpunkten gelegen.

Gute Lage am Arbeitsmarkt treibt die Kauflust an

Die nahezu ungebremste Kauflust der Deutschen führt Bürkl vor allem auf die gute Arbeitsmarktlage zurück. Das Gefühl, vorerst nicht mit einem Verlust ihres Arbeitsplatzes rechnen zu müssen, verschaffe vielen Bundesbürgern ein Stück Planungssicherheit.

Dadurch entschlössen sie sich verstärkt zu größeren Anschaffungen, die sie in unsicheren Zeiten eher zurückstellen würden. Hinzu käme die Sorge um die Geldwertstabilität. „Die Menschen stecken ihr Geld daher lieber in werthaltige Sachen“, betonte Bürkl.

Von dem schon aktuellen Anschaffungsboom profitierten neben der Immobilienbranche auch die Autoindustrie: „Wir erleben derzeit einen Immobilien-Boom. Auch die energetische Sanierung und Renovierung von Wohngebäuden spielt eine große Rolle.

Auch die aktuellen Auto-Neuzulassungen liegen über dem Niveau vom Vorjahr“, berichtet Bürkl. Einen Schub erlebe auch die Möbelindustrie. Die Hersteller von Haushaltsgroßgeräten profitierten wiederum vom Immobilien-Boom. „Auch Uhren und Schmuck – vor allem aus Gold, Silber und Platin – gehen gut“.