Schuldenabbau

Merkel gegen deutsche Mehrbelastung in Euro-Krise

Andere Euro-Länder – allen voran Italien – fordern einen größeren Beitrag Deutschlands in der Schuldenkrise. Die Kanzlerin ist aber dagegen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Forderungen anderer Euro-Länder nach einer Mehrbelastung Deutschlands in der Schuldenkrise zurückgewiesen. „Ich bin noch auf der Suche nach dem, was wir genau mehr tun sollen“, sagte sie nach einem Treffen mit dem bulgarischen Ministerpräsidenten Boiko Borissow.

Unter anderem Italiens Regierungschef Mario Monti verlangt, Deutschland solle mehr für den Schuldenabbau finanzschwacher Euro-Staaten leisten. Hintergrund der Forderung auch anderer Länder ist, dass Deutschland nicht nur besonders stark vom Euro profitiert, sondern aktuell in der Schuldenkrise auch von deutlich niedrigeren Zinsen.

Die Zinskosten Deutschlands als „sicherer Hafen“ für Anleger sind so niedrig wie seit Jahren nicht. Andere Länder könnten davon unter anderem über gemeinsame Euro-Bonds profitieren. Diese aber lehnt Deutschland bisher strikt ab.

Italien leidet unter der hohen Zinslast. Solange die Risikoaufschläge für 10-jährige italienische Staatsanleihen auf einem Niveau von 500 Basispunkten verharren, wird die italienische Wirtschaft im besten Fall stagnieren. Nach der jüngsten Vorhersage von Italiens Notenbank wird die Wirtschaftsleistung dieses Jahr um 1,5 Prozent zurückgehen.

Sollten die Refinanzierungskosten jedoch sinken und sich die Aufschläge um 200 Basispunkte verringern, sieht die Notenbank eine günstigere Entwicklung: Unter diesen Umständen werde die Wirtschaftleistung dieses Jahr nur um 1,2 Prozent schrumpfen. Nächstes Jahr sei dann sogar ein Wachstum von 0,8 Prozent möglich.