Gleichstellung

Männer dominieren Dax-Konzerne, Frauen holen auf

Der öffentliche Druck zahlt sich aus. In den Dax-Konzernen steigt die Zahl weiblicher Vorstände. Bei kleineren Firmen geht sie jedoch zurück.

Foto: pa/dpa, SVEN SIMON / pa/dpa, SVEN SIMON/Malte Oss, Andreas Gebert, Arno Burgi, FrankHoermann

Beim Thema Frauenförderung auf allerhöchster Ebene scheint sich öffentlicher Druck auszuzahlen: Zwar ist die Dominanz der Männer in den Vorständen der größten 200 Unternehmen mit 97 Prozent noch immer überwältigend, wie das heute in Berlin vorgestellte, alljährliche Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) ergab. Doch zumindest die 30 größten börsennotierten Konzerne des Landes haben in dieser Hinsicht zwar kleine, aber durchaus erkennbare Fortschritte zu vermelden – was den Studienautoren zufolge mit der politischen Androhung einer Frauenquote zu tun haben könnte.

So stieg die Zahl der weiblichen Vorstände in der Dax-30-Riege 2011 auf immerhin sieben (2010: vier), womit der Anteil insgesamt auf 3,7 Prozent hochging. Für 2012 wurden bereits fünf weitere weibliche Neuzugänge angekündigt. Bei den weniger im Rampenlicht stehenden Unternehmen ist ein vergleichbares Momentum leider ausgeblieben: In den Top 200 war der Frauenanteil auf Vorstandsebene sogar rückläufig und sank von 3,2 Prozent auf drei Prozent in 2011. Im MDax betrug er sogar nur 2,3 Prozent.

Vor allem mit Blick auf den wachsenden Fachkräftemangel fordern Experten aus Wirtschaft und Politik eine gleichberechtigte Beteiligung von Frauen bis in die höchsten Ebenen. Auch rein betriebswirtschaftliche Gründe sprechen dafür: Einer neuen Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge entwickeln sich Umsatz, Gewinn und Börsenwert im Schnitt positiver in den Unternehmen, bei den Frauen an der Spitze vertreten sind.

In den Aufsichtsräten der 200 größten deutschen Unternehmen lag der Frauenanteil 2011 immerhin bei 11,9 Prozent, wovon jedoch mehr als zwei Drittel Vertreterinnen der Arbeitnehmerseite waren. Vor allem der Mitbestimmung ist es auch zu verdanken, dass Deutschland im europäischen Vergleich auf dem siebten Platz landete. Würde man nur die Kapitalseite betrachten, sähe das Bild deutlich trauriger aus.