Anleihenmarkt

Trotz Herabstufung kommt Spanien billiger an Geld

Das südeuropäische Land sammelt am Geldmarkt Milliarden ein. Die Anleger schenken den Europäern wieder mehr Vertrauen, denn die Zinsen sinken deutlich.

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Das Vertrauen der Märkte in die Europäer scheint zurückzukehren. Spanien hat sich zu deutlich günstigeren Zinsen Geld beschaffen können – und auch eine erfolgreiche Emission durch die EFSF zeichnet sich ab.

Das südeuropäische Euro-Land sammelte am Dienstag 4,88 Milliarden Euro am Kapitalmarkt ein. Die durchschnittliche Rendite für 12-Monatspapiere sank auf rund 2,05 von 4,05 Prozent bei der vorigen Auktion. Bei 18-Monatspapieren musste Spanien den Anlegern nur noch eine durchschnittliche Rendite von rund 2,4 Prozent bieten nach zuletzt rund 4,2 Prozent. Die spanischen Anleihen waren dreifach überzeichnet.

Weniger ins Gewicht fiel dabei offenbar die schlechtere Bonitätsnote durch S&P . Die US-Ratingagentur hatte am Freitag neun von 17 Euro-Ländern – darunter auch Spanien – in ihrer Kreditwürdigkeit herabgestuft. Spanien steht wegen seiner hohen Schulden im Visier der Finanzmärkte. Auch der Euro-Rettungsschirm EFSF hatte erst am Montag eine schlechtere Note erhalten. S&P senkte die Bonität von "AAA" auf "AA+". Doch all das scheint kaum Auswirkungen zu haben. Die Anleger greifen zu.

Die EFSF-Offerte ist deutlich überzeichnet. Sie bekam nach Bloomberg-Angaben Gebote in Höhe von 4,6 Milliarden Euro, das angepeilte Ziel liegt nur bei 1,5 Milliarden Euro. Die Rendite der Papiere lag bei 0,27 Prozent. Der deutsche Leitindex Dax kletterte um bis zu zwei Prozent auf 6343 Zähler, nachdem er zuvor gut 1,5 Prozent höher gelegen hatte. Auch der Euro zog bis auf 1,2797 Dollar an. Der Bund-Future fiel auf ein Tagestief von 139,36 Punkten.