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Osram streicht hunderte Stellen in Berlin

Osram streicht: Im Spandauer Werk des Leuchtmittelherstellers fallen rund 400 Jobs weg. Grund: Die Siemens-Tochter muss die traditionelle Glühlampen-Herstellung zurückfahren und sich bei mordernen LED-Leuchten verstärken.

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Sparprogramm bei Osram: Der Leuchtenhersteller streicht fast zehn Prozent seiner gut 10.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Zuerst trifft es Berlin: Von den 850 Stellen, die bundesweit bis 2014 wegfallen sollen, baut Osram 400 im Werk an der Nonnendammallee in der Spandauer Siemensstadt ab.

Bis zu 200 der Berliner Mitarbeiter sollen - bei geeigneter Qualifizierung - an Standorten des Mutterkonzerns Siemens in der Hauptstadt weiter beschäftigt werden. Für weitere 150 Mitarbeiter, teilte das Unternehmen mit, sind bereits freiwillige Vereinbarungen wie etwa Altersteilzeit vereinbart worden. Insgesamt 850 Stellen werden an deutschen Standorten gestrichen. Auch jenseits der Grenzen dürften Jobs wegfallen. Details stehen dazu allerdings noch nicht fest.

Die Siemens-Tochter muss gerade einen Strukturwandel bewältigen. Einerseits gibt es einen starken Trend zu modernen Leuchtkörpern, meist LED-Lampen - weg von traditionellen Glühbirnen, auch wenn die inzwischen etwa durch den Einsatz von Halogentechnik energiesparender sind als ihre Vorgänger. Gleichzeitig leidet Osram wie viele andere Hersteller unter starkem Wettbewerb, hohen Einkaufspreisen sowie einem Preisverfall für LEDs.

Geplant war, dass Osram im Herbst 2011 an die Börse geht und dabei Kapital eingesammelt wird, mit dem sich der Strukturwandel bewältigen lassen würde und die Osram-Produktion von Glühlampen stärker auf LED-Technik umgestellt werden könnte. Laut Medienberichten hatte die Konzernmutter Siemens seinerzeit mit einem Erlös von rund drei Milliarden Euro gerechnet. Doch der Börsengang wurde abgesagt, mit Verweis auf das unsichere Marktumfeld an den Finanzmärkten: "In Anbetracht des hochvolatilen Umfeldes an den Kapitalmärkten und möglicher Wirkungen auf das Branchenumfeld soll Osram später an die Börse gebracht werden", hatte Siemens mitgeteilt.

Osram war Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Berliner Unternehmen Deutsche Glasglühlicht AG hervorgegangen. Nach 1945 war der Firmensitz nach München verlegt worden.