Havarie

Schiffsunglück belastet Versicherungen mit Millionen

Die gesunkene "Costa Concordia" wird bei der Hannover Rück als Schaden von mehr als 10 Millionen Euro geführt. Bei der Munich Re ist die Lage noch unklar.

Die Hannover Rück geht davon aus, dass die Havarie des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" vor der italienischen Küste den Rückversicherer mit mindestens zehn Millionen Euro treffen wird. "Wir gehen derzeit davon aus, dass es sich um einen Großschaden handelt", sagte eine Sprecherin der Hannover Rück.

Als Großschaden definiert würden Belastungen von mindestens zehn Millionen Euro. Es sei aber noch zu früh für eine konkrete Einschätzung. Beim Konkurrenten Munich Re hieß es, man wisse derzeit noch nicht, ob man betroffen sei.

Die Aktien der Versicherer standen am Montag an der Börse unter Druck. Hannover Rück verloren zuletzt 1,28 Prozent auf 38,15 Euro. Die Papiere der Munich Re gaben um 0,86 Prozent auf 94,11 Euro nach.

Allianz-Aktien verbilligten sich um 1,41 Prozent auf 76,95 Euro. Am deutlichsten abgestraft wurden aber die Papiere der Reederei Carnival, der das verunglückte Kreuzfahrtschiff gehört. Die in London gehandelten Aktien brachen zeitweise um mehr als 20 Prozent ein.

Der Schiffseigner Carnival bleibt nach eigenen Angaben auf einem Schaden von 85 bis 95 Millionen Dollar (rund 75 Millionen Euro) sitzen, weil die vor der italienischen Küste gesunkene "Costa Concordia" voraussichtlich das ganze Jahr nicht einsetzbar sein werde. Das Schiff ist nach Angaben des Eigentümers mit einem Selbstbehalt von 30 Millionen Dollar versichert.

Die "Costa Concordia" war mit rund 4.200 Menschen an Bord Freitagnacht vor der toskanischen Küste auf Felsen gestoßen und gekentert. Bislang wurden sechs Tote geborgen.