Ratingagentur

S&P will Frankreich seine Top-Bonität entziehen

Standard & Poor's macht offenbar ernst: Nach Angaben aus EU-Kreisen will die US-Ratingagentur der im Dezember ausgesprochenen Drohung Taten folgen lassen und Frankreich die Bestnote AAA entziehen. Die Börsen reagierten sofort.

Foto: dapd

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) wird Frankreich nach Angaben aus EU-Kreisen die Top-Bonität entziehen. Deutschland als weiteres Land mit der Bestnote AAA entgehe einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit, verlautete am Freitag aus EU-Kreisen in Brüssel. Auch die Niederland, Luxemburg und Belgien behalten demnach ihre bisherigen Noten.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte zuvor eine Stellungnahme zu Gerüchten abgelehnt, wonach das Unternehmen noch am Freitag mehrere Euro-Staaten herabstufen werde. Die Börsen in Frankfurt am Main und Paris verloren am Nachmittag infolge der Gerüchte und rutschten ins Minus. Nach Angaben von Analysten wäre Deutschland den Gerüchten zufolge nicht betroffen. Frankreich hingegen droht einer EU-Quelle zufolge der Verlust der Top-Note, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtete.

S&P hatte am 5. Dezember den AAA-Ländern Deutschland, Frankreich, Österreich, Finnland, Niederlande und Luxemburg mit dem Entzug der Bestnote für die Kreditwürdigkeit gedroht. Frankreich drohte Standard & Poor's sogar eine Herabstufung um zwei Stufen an. Insgesamt hatte die Agentur 15 Euro-Staaten mit einer möglichen Herabstufung gedroht.

Ein Verlust der Topnote für die sechs kreditwürdigsten Länder der Eurozone hätte auch Folgen für den Euro-Rettungsfond EFSF, der wie seine garantiegebenden Länder ebenfalls mit der Bestnote AAA bewertet ist. S&P hatte deshalb auch dem EFSF am 6. Dezember mit einer Herabstufung gedroht.