Arbeitsmarkt

US-Firmen schaffen größtes Jobwunder seit 2001

325.000 neue Mitarbeiter haben amerikanische Firmen im Dezember eingestellt. Selbst Analysten sind überrascht von den guten Zahlen.

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Trotz der Schuldenkrise in Europa und der schwächeren Weltkonjunktur bahnt sich auf dem US-Arbeitsmarkt eine Wende zum Besseren ab: Die privaten Unternehmen haben im Dezember so viele neue Stellen geschaffen wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr. Gleichzeitig wurden so wenige neue Anträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt wie zuletzt im Juni 2008.

Die Wirtschaft baute 325.000 neue Stellen auf, teilte die private Arbeitsagentur ADP zu ihrer Umfrage mit. Eine stärkere Zunahme habe es seit Beginn der Erhebung 2001 noch nicht gegeben. Analysten hatten lediglich 178.000 erwartet.

Im November entstanden 204.000 Jobs – 2000 weniger als zunächst angenommen. Kurz vor dem Jahreswechsel stellten weniger Amerikaner einen neuen Antrag auf Arbeitslosenhilfe. Ihre Zahl sank in der Woche bis 31. Dezember um 15.000 auf 372.000, teilte das Arbeitsministerium mit. Der Vier-Wochen-Schnitt fiel auf 376.500 – das ist der niedrigste Wert seit dreieinhalb Jahren.

Daten überraschen Analysten

„Die Zahlen sind erstaunlich“, sagte der Chefanalyst von John Thomas Financial, Wayne Kaufman. „Sie sind ein erneuter Hinweis darauf, dass sich die Wirtschaft erholt.“ Analysten rechnen für das gerade beendete vierte Quartal mit einem auf das Jahr hochgerechneten Wirtschaftswachstum von drei Prozent – nach 1,8 Prozent im Sommer. „Die Konjunktur läuft besser als in den anderen zehn großen Industrienationen“, sagte Boris Schlossberg von FX Research.

Wie stark das auf den Arbeitsmarkt durchschlägt, werden die offiziellen Daten zeigen. Experten gehen bislang davon aus, dass die Arbeitslosenquote im Dezember von 8,6 auf 8,7 Prozent steigen wird. Allerdings waren die überraschend guten Zahlen zum Zeitpunkt der Prognose noch nicht bekannt.

Die weltgrößte Volkswirtschaft steht und fällt mit den privaten Konsumausgaben , die mehr als zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes ausmachen. Ohne Erholung am Arbeitsmarkt dürfte auch der Konsum und damit die Konjunktur nicht in die Gänge kommen.