Führungskräfte

Cook, Jain, Mehdorn & Co. – die Top-Manager 2012

Konzernchefs, Banker, Bürokraten: Auf diese 18 Top-Führungskräfte kommen 2012 gewaltige Aufgaben zu. Was wird von ihnen erwartet?

Jörg Asmussen

Anfang Januar wird der gebürtige Flensburger Jörg Asmussen in das Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) einziehen . Welche Position er dort übernimmt, steht noch nicht fest. Eigentlich soll der Ökonom wie sein Vorgänger Jürgen Stark Chefvolkswirt der Notenbank werden.

Der Posten gilt als zweitwichtigster nach dem des Präsidenten Mario Draghi, deswegen schielt auch ein französischer Kollege darauf. Fest steht schon jetzt: Asmussen wird im kommenden Jahr eine Schlüsselrolle spielen bei der Bekämpfung der Euro-Krise. Welche Maßnahmen die EZB im Kampf gegen die Euro-Krise 2012 ergreift, wird maßgeblich auch von dem neuen deutschen Vertreter im Direktorium abhängen.

Hartmut Mehdorn

Hartmut Mehdorn, der Interimschef von Air Berlin, den viele noch immer mit der Deutschen Bahn verbinden, verkündete unlängst, dass die Fluggesellschaft Etihad Airways mit knapp dreißig Prozent bei den Berlinern einsteigt. Bereits ab Januar wird die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft anstatt nach Dubai nur noch nach Abu Dhabi fliegen.

Dort sollen die Passagiere in die Langstreckenjets der Etihad einsteigen und nach Indien, Thailand oder Australien weiterfliegen. Air Berlin wird eigene Strecken in diese Weltregionen nicht mehr bedienen. Das spart Geld. Und davon braucht Mehdorn noch jede Menge, wenn er das hoch verschuldete Unternehmen halbwegs saniert an seinen Nachfolger übergeben will. Die Arbeit wird Mehdorn nicht ausgehen.

Olaf Koch

Er sagt, er habe keine Schampus getrunken, nachdem er Ende November zum neuen Chef von Metro gewählt worden war. Weil Olaf Koch wusste, was auf ihn zukommt. Nur mit hauchdünner Mehrheit hatte sich er, erst seit zwei Jahren Finanzchef des größten deutschen Handelskonzerns, im Aufsichtsrat als Nachfolger von Eckhard Cordes durchgesetzt. Dabei hatte er gar keinen Gegenkandidaten.

Das alleine zeigt, wie vergiftet die Stimmung in Düsseldorf nach monatelangem Gezänk um Posten und Macht ist. Die wichtigste Aufgabe des mit 41 Jahren jüngsten Chefs eines Dax-Konzerns ist es nun, erst einmal die Gräben zuzuschütten, damit sich Metro wieder mit den Kunden statt mit sich selber beschäftigt. Wie nötig das ist, zeigte die deftige Gewinnwarnung Anfang Dezember. Zudem steht der milliardenschwere Kaufhof-Verkauf auf Kochs To-Do-Liste.

Anshu Jain

Hauptversammlungen schienen Anshu Jain nie sonderlich zu interessieren. Mit dem Übersetzungsknopf im Ohr ließ der Inder das bei der Deutschen Bank stets besonders längliche Schaulaufen von Kleinaktionären, Anwälten und Berufsklägern Jahr für Jahr regungslos über sich ergehen.

Doch 2012 dürfte der Investmentbanking-Chef der Pflichtveranstaltung Ende Mai weitaus mehr entgegenfiebern: An diesem Tag übernehmen er und Vorstandskollege Jürgen Fitschen die Konzernführung von Josef Ackermann. Auch wenn es sich um eine gleichberechtigte Doppelspitze handelt, steht der deutlich jüngere Jain dabei von Anfang an noch stärker im Fokus – schließlich könnte er in einigen Jahren alleiniger Chef sein.

Tom Enders

Auf seine Krönung muss Tom Enders noch warten. Der Vorstandschef des Flugzeugbauers Airbus gilt als Topfavorit auf den Chefposten des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS . Der Verwaltungsrat hat die Berufung des 53-Jährigen noch nicht verkündet, es gilt aber als ausgemacht, dass er es wird.

Enders würde zum mächtigsten Luftfahrtmanager Europas aufsteigen und einen Konzern leiten, der 120.000 Mitarbeiter beschäftigt. Zu seinem Reich würde dann auch die EADS-Tochter Airbus gehören. Für Enders wäre es eine Rückkehr, schließlich war er von 2005 bis 2007 bereits Co-Chef bei EADS. Er müsste bei EADS nicht nur Manager, sondern auch ein Gutteil Diplomat sein. Schließlich beeinflussen politische Interessen in Paris und Berlin das Geschehen des Konzerns.

Norbert Reithofer

BMW hatte 2011 einen Lauf , wie ihn selbst erfolgsverwöhnte Automobilhersteller nur selten haben – das im kommenden Jahr zu toppen, wird schwer für Konzernchef Norbert Reithofer. 1,51 Millionen Fahrzeuge setzte BMW von Januar bis November ab und liegt damit weiter klar vor den Erzrivalen Audi (1,19 Millionen) und Mercedes (1,14 Millionen).

Damit das so bleibt und BMW vor allem beim Wettlauf um die besten Autos mit alternativen Antrieben nicht abgehängt wird, haben die Münchner 2011 eine ganze Reihe von Allianzen geschmiedet. Unter anderem wurde mit Toyota eine Zusammenarbeit bei umweltfreundlichen Antrieben vereinbart, mit GM eine zur Erforschung der Brennstoffzelle.

Und beim Karbonfaser-Hersteller SGL haben die Münchner nun samt ihrer Großaktionärin Susanne Klatten 44 Prozent – damit soll BMW zukunftsfähig vernetzt sein. Doch ob sich die Hoffnungen, die diesen Allianzen zu Grunde liegen, erfüllen, muss sich erweisen. Bei Partner Toyota ist die Erfolgsserie auf jeden Fall bereits seit einiger Zeit gerissen. Vor vier, fünf Jahren, als sich der Niedergang von General Motors (GM) dramatisch beschleunigte, war das Unternehmen an dem US-Konzern vorbei gezogen: Seither war Toyota die Nummer eins der weltweiten Autobauer – bis 2009 die Erfolgsserie jäh abriss.

Erst kam die Lehman Brothers-Krise, dann das Dauerproblem mit immer neuen Rückrufen. In diesem Jahr brachen nun der Tsunami und die Flut in Thailand auch über Toyota herein. 2012 will Konzernchef Akio Toyoda nun die Produktion auf Rekordniveau steigern, 8,65 Millionen Modelle von Toyota und Lexus bauen und damit das Level des Spitzenjahres 2007 übertreffen. Gelingt ihm das ohne große Rückrufaktionen, kann Toyoda den Konzern an der Weltspitze halten.

Georg Pachta-Reyhofen

Georg Pachta-Reyhofen wird als der Manager in die Geschichte des Münchner Lkw-Bauers MAN eingehen, unter dessen Ägide das Unternehmen seine Unabhängigkeit verlor. Damit findet nach 253 Jahren Konzerngeschichte eine wichtige Zäsur statt: Das Traditionsunternehmen MAN gehört nun zum Wolfsburger VW-Konzern, der sich die Aktienmehrheit an MAN sicherte.

Für den 56-jährigen Österreicher geht es nun darum, unter dem VW-Dach so viel wie möglich von MAN zu bewahren. Pachta-Reyhofen, ein promovierter Maschinenbauer, der seit 25 Jahren im Unternehmen tätig ist, könnte eine Schlüsselrolle beim Aufbau einer Lkw-Allianz zwischen MAN und dem schwedischen Konkurrenten Scania spielen. Scania gehört wie MAN zu VW. Die beiden stolzen Unternehmen müssen nun zeigen, dass sie Synergien nutzen können.

Stefan Heidenreich

Zumindest die wasserfeste Sonnencreme von Nivea dürfte Stefan Heidenreich schon viele Jahre benutzen. Schließlich ist der heute 48-jährige Manager begeisterter Surfer und hat in jüngeren Jahren sogar an Weltcup-Rennen teilgenommen.

Ob Heidenreich allerdings morgens – so wie der aktuelle Beiersdorf-Chef Thomas-Bernd Quaas – eine Stunde im Bad verbringt und dabei mehrere Nivea-Produkte benutzt , das ist noch nicht bekannt. Fest steht dagegen, dass Heidenreich nach der Hauptversammlung von Beiersdorf am 26..April 2012 neuer Chef des Kosmetik- und Klebstoffkonzerns wird.

Die Mehrheitseigentümer Michael und Wolfgang Herz haben offensichtlich die Geduld mit Vertriebsprofi Quaas verloren. Die Umsätze mit Nivea-Cremes und Shampoos sinken in wichtigen westeuropäischen Märkten, und in den aufsteigenden Regionen Asiens oder Lateinamerikas legen sie nicht in angemessener Höhe zu. Das und vieles andere soll der neue Chef ändern.

Meg Whitman

Meg Whitman (55) hat ganz offensichtlich kein Problem damit, mit der Vergangenheit zu brechen. Im September löste die ehemalige Ebay-Chefin den glücklosen Léo Apotheker an der Spitze von Hewlett Packard ab. Nur wenige Wochen später erklärte sie einer umstrittenen Idee ihres Vorgängers eine klare Absage. Das PC-Geschäft gehört auch in Zukunft zu dem Technikkonzern.

Apotheker hatte mit dem Gedanken gespielt, die Sparte teilweise oder sogar ganz zu verkaufen. Dies soll seinen Abgang nicht gerade verlangsamt haben. Nun muss Whitman einen Plan entwickeln, um das PC-Geschäft in Schwung zu bringen. Die Sparte sorgt fast für ein Drittel des Gesamtumsatzes, erzielt aber wegen des harten Wettbewerbs nur geringe Margen. Auch verzichten immer mehr Kunden zu Gunsten der flachen Tablet-Computer auf den Kauf eines neuen PC.

Peter Terium

Der Niederländer Peter Terium wird Ende Juni 2012 den Vorstandsvorsitz der RWE von Jürgen Großmann übernehmen. Das bringt für den Energiekonzern einen Kulturwandel mit sich. Großmann, ein klassischer Unternehmertyp, liebte den großen Auftritt. Terium, der seine Karriere als Buch- und Steuerprüfer in den Niederlanden begann, agiert auf sehr ruhige, freundliche und sachliche Art.

Der 48-Jährige ist seit 2003 bei RWE, führt bis heute die niederländische Tochter Essent. Glückliche Umstände werden seinen Amtsantritt als Konzernchef begleiten: Das Kraftwerks-Bauprogramm der RWE ist dann abgeschlossen, große Kapazitäten kommen ans Netz – und entlasten mit ihren Erträgen die zuletzt angespannte Konzernbilanz. Wegen des jüngsten Verfalls der Preise für CO2-Zertifikate bringen auch die Braunkohlekraftwerke wieder kräftig Cash in die Kasse. Teriums persönliche CO2-Bilanz ist über jede Kritik erhaben: Der mit einer Brasilianerin verheiratet Familienvater fährt einen Hybridwagen und ist Vegetarier.

Jeffrey Preston „Jeff“ Bezos

„Dead On Arrival“, nannte Apple-Chef Steve Jobs all jene Tablets, die nur eine Bildschirm-Diagonale von sieben Zoll hatten. Tot bei Ankunft. Jeffrey Preston „Jeff“ Bezos sieht das natürlich anders. Der Amazon-Gründer hat sein Sieben-Zoll-Tablet „Fire“ getauft – und es ist tatsächlich sehr lebendig. Das 199-Dollar-Tablet ist inzwischen der ärgste Konkurrent des iPads von Apple.

Für Bezos, der 1994 mit dem Bücherversand aus seiner Garage begonnen hatte, ist es ein weiterer, diesmal großer Schritt in die digitale Zukunft. Sein Fire ist Amazons virtuelle Ladentheke. Das elektronische Lesegerät Kindle ist auf dem besten Weg, eine Legende zu werden wie Apples Musikspieler iPod. Bezos ist damit dabei, mit dem Gerät den Buchmarkt zu revolutionieren. Forbes platziert ihn mit gut 19 Milliarden Dollar auf Platz 13 der reichsten Amerikaner.

Heinrich Hiesinger

Die Zeit des Lernens ist für Heinrich Hiesinger vorbei. Nach knapp einem Jahr im Amt hat der Vorstandsvorsitzende des Stahl- und Industrieriesen ThyssenKrupp alle Schwachstellen im Konzern identifiziert. Und diese weitgehend auszumerzen, das ist das selbstgesteckte Ziel für 2012. Bis Jahresende will der frühere Siemens-Manager große Teile des Geschäfts verkaufen.

Insgesamt stehen Tochtergesellschaften und Konzernsparten mit zehn Milliarden Euro Umsatz und über 35.000 Mitarbeitern im Schaufenster, darunter die Edelstahlsparte Inoxum und große Teile des Autozuliefergeschäfts.

Für die zivile Werftensparte um das Traditionsunternehmen Blohm+Voss hat ThyssenKrupp mit dem britischen Finanzinvestor Star Capital Partners unlängst einen Käufer gefunden. Mit den Einnahmen aus dem Konzernumbau will Hiesinger zum einen die Schulden senken. Denn die Last von 3,6 Milliarden Euro schwächt die Bonität des Dax-Unternehmens. cadi

Frank Stieler

Frank Stieler wiederholt sich oft und gerne. „Hochtief ist ein eigenständiges Unternehmen“, sagt der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Baukonzern. Auch nach der Übernahme durch den spanischen Konkurrenten ACS werden sämtliche Entscheidungen allein vom Vorstand in Essen getroffen, versichert er bei jeder Gelegenheit. Dass er diese Unabhängigkeit immer wieder betonen muss, liegt wohl an den Personalproblemen bei Hochtief.

Sieben Führungskräfte haben das Traditionsunternehmen verlassen, seit Stieler im Frühjahr 2011 Herbert Lütkestratkötter abgelöst hat, den langjährigen Konzernchef und damaligen Hauptwidersacher im monatelangen Abwehrkampf gegen ACS. Da die Spanier bereits angekündigt haben, ihren Anteil von zuletzt gut 53 Prozent weiter erhöhen zu wollen, dürfte Stieler im neuen Jahr alle Hände voll zu tun haben, die Hochtief-Mannschaft so gut es geht zusammenzuhalten. Und ganz nebenbei muss er einen Käufer für die Flughafensparte Concessions finden, den Streit beim Bau der Elbphilharmonie in Hamburg lösen und die zuletzt kriselnde Tochter Leighton in Australien wieder auf Kurs bringen.

Tim Cook

Kaum ein Manager dürfte 2012 so sehr im Fokus stehen wie Tim Cook. Immerhin ist er Nachfolger des verstorbenen iGods Steve Jobs , der Apple zum wertvollsten Unternehmen weltweit gemacht hat.

Cooks Start als neuer Apple-Chef war holprig: Er konnte bei seiner ersten Präsentation keine Sensation verkünden, und die Märkte straften das Unternehmen dafür ab, dass es die – von Analysten schwer nachvollziehbar hoch – gesetzte Verkaufsmarke für das Smartphone nicht erreichte.

Das geschäftliche Umfeld wird es ihm 2012 noch schwerer machen: Bei Smartphones und Tablets wächst die Konkurrenz durch neue Versionen des Android-Betriebsystems, durch das angekündigte Windows 8, durch Amazons Kindle Fire. Doch Cook hat einige Asse im Ärmel und angedeutet, manche davon ziehen zu wollen. Apple gehört im stark wachsenden Markt China bereits jetzt zu den beliebtesten Marken. Dort will Cook künftig noch stärker präsent sein. Punkten könnte Cook auch mit einem Apple-Fernseher. Eigentlich muss er sogar damit punkten, dazu sind die Erwartungen, dass er nächstes Jahr das „iTV“ vorstellen wird, schon zu groß.

Und dann ist da ein Cash-Bestand von satten 80 Milliarden Dollar, die Jobs angehäuft hat. Cook dürfte einiges davon in die Hand nehmen und kräftig zukaufen. Damit könnte er auch gleich einen eigenen unternehmerischen Schwerpunkt setzen.

Reto Francioni

Eigentlich sollte schon 2011 sein Jahr werden. Mitte Februar kündigte Reto Francioni den Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der New Yorker Börse Nyse an. Der Vorstandschef des Dax-Konzerns zeigte sich damals zuversichtlich, dass er bis Ende Dezember alle notwendigen Genehmigungen zusammen hat und sein Traum von einer transatlantischen Megabörse Wirklichkeit wird.

Doch mittlerweile ist 2012 und die Wettquoten, dass es nicht zu dem Bündnis kommt, waren noch nie so hoch. So werden die ersten Wochen des neuen Jahres nicht nur über die Zukunft der Deutschen Börse, sondern auch über die Francionis als Manager entscheiden.

Martin Blessing

Auch für Martin Blessing hätte eigentlich dieses Jahr das entscheidende sein sollen. Im Frühjahr setzte der 48-jährige Commerzbank-Chef dazu an, in einem Kraftakt den Großteil der Staatshilfe zurückzuzahlen, die in dem zweitgrößten deutschen Geldhaus lag. Satte 14 Milliarden Euro überwies er zurück nach Berlin – die verbleibenden knapp zwei Milliarden Euro erschienen angesichts dieser großen Summe wie eine Kleinigkeit.

Doch wenige Monate später sieht die Welt wieder anders aus: Die europäische Bankenaufsicht EBA hat dem Haus im Stresstest eine Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro attestiert. Kann Blessing dieses Loch nicht bis zum Juni 2012 aus eigener Kraft stopfen, muss die Commerzbank erneut um Staatshilfe ansuchen.

Andrew Jennings

Seit einem Jahr leitet der Brite Andrew Jennings jetzt die ehemals insolvente Warenhauskette Karstadt im Auftrag des Eigentümers Nicolas Berggruen. Und zwar ohne große öffentliche Auftritte. Selbst Kritiker konstatieren allerdings, dass es bei Karstadt schon lange keinen Chef mehr gab, der sich so gut mit dem Einzelhandel auskennt.

Doch ob das Unternehmen tatsächlich dauerhaft auf eigenen Füßen stehen kann, bleibt im Dunkeln. Karstadt veröffentlicht keine Zahlen. Was aus Karstadt und Jennings wird, falls Berggruen tatsächlich die Konkurrenzkette Kaufhof übernehmen könnte, gehört zu den spannendsten Fragen im Jahr 2012.

Thomas Rabe

Rein vom Ergebnis sieht es so aus, als könnte sich der neue Bertelsmannchef Thomas Rabe entspannen: Nachdem der Medienkonzern unter der Ägide des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Hartmut Ostrowski den ersten Verlust in 175 Jahren Konzerngeschichte einfuhr, freut man sich in Gütersloh inzwischen wieder über sprudelnde Gewinne.

Gerade deswegen sind die Erwartungen an den früheren Finanzvorstand Rabe aber riesengroß: War das Unternehmen ehedem noch der größte Medienkonzern der Welt, ist es um die Gütersloher zuletzt stiller geworden. Seit einem milliardenschweren Aktienrückkauf schränken hohe Schulden die Manövrierfähigkeit Bertelsmanns ein.

Gegen die Cashcow des Konzerns, die TV-Tochter RTL, wirken andere Töchter wie Gruner + Jahr vergleichsweise blass. Die Zeit seit Bekanntgabe seiner Beförderung bis zur Amtsübernahme hat Rabe bereits genutzt, um personell die Weichen für die „Transformation des Konzerns“ zu stellen – wie er selbst formuliert. Es wird spannend sein zu verfolgen, was Rabe damit meint.