Reformen und Einschnitte

Sarkozy stimmt Franzosen auf hartes Jahr 2012 ein

Auch 2012 werden die Franzosen unter der Wirtschaftskrise leiden, prognostiziert ihr Präsident. Nicolas Sarkozy gibt sich aber kämpferisch.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat für das neue Jahr Wirtschaftsreformen im Kampf gegen die Schuldenkrise angekündigt. Vor allem der Arbeitsmarkt müsse flexibler werden, sagte Sarkozy in seiner Neujahrsansprache.

Bereits bei einem Treffen mit Gewerkschaftsspitzen am 18. Januar wolle er Reformen vorantreiben, mit deren Hilfe Stellen geschaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft gestärkt werden sollten. Zudem sollten Steuern auf Importgüter zur Finanzierung von Sozialleistungen beitragen.

Weitere Einsparungen, um den drohenden Verlust der französischen Top-Bonitätsnote zu vermeiden, erteilte er eine Absage. Die Regierung habe bereits alles Notwendige getan, sagte der konservative Politiker, der auch wegen der Präsidentenwahl im April unter Handlungsdruck steht, die stagnierende Wirtschaft anzukurbeln.

Seine Landsleute stimmte Sarkozy auf ein weiteres mühsames Jahr ein. Auch 2012 bekämen die Franzosen die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg zu spüren. Die Menschen dürften aber nicht verzagen, auch wenn schon zwei schwere Jahre hinter ihnen lägen.

„Der einzige Weg, unsere Souveränität zu bewahren und unser Schicksal selbst zu bestimmen, führt über Strukturreformen und nicht über impulsives Handeln, das nur weitere Verunsicherung und Chaos schafft, ohne Vertrauen wiederherzustellen“, sagte der Präsident.

Zentralbankchef glaubt an den Euro

Der Euro kann nach Ansicht des französischen Zentralbankchefs Christian Noyer trotz der Schuldenkrise zur weltweiten Leitwährung aufsteigen. Wenn die Länder der Euro-Zone ihre Pläne für eine stärkere Abstimmung der Wirtschaftspolitik erfolgreich umsetzten, sei dies binnen eines Jahrzehnts durchaus möglich, schrieb Noyer in einem Kommentar für die französische Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“.

Wenn die Euro-Zone alle Entscheidungen des jüngsten Gipfels umsetze, werde sie stärker aus der Krise hervorgehen . „In zehn Jahren ist der Euro möglicherweise die Währung Nummer eins auf der Welt.“ Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone hatten sich im Kampf gegen die Schuldenkrise am 9. Dezember auf einen strafferen Haushaltspakt verständigt. Die Finanzmärkte konnte dies aber nur kurz beruhigen. Vor allem die Furcht vor langwierigen Verhandlungen sorgte weiter für Verunsicherung. Die Angst vor einer Ausweitung der Schuldenkriste hatte die Gemeinschaftswährung in der vergangenen Woche zeitweise auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr gedrückt.

Der Euro beendete 2011 knapp unter der Marke von 1,30 Dollar und mit einem Minus von rund drei Prozent, das zweite Jahr in Folge mit einem Verlust. Angesichts der schweren Probleme in der Euro-Zone halten Experten die Abschläge aber für moderat.