Geldpolitik

Top-Ökonom Hüther lobt EZB für ihre Geldschwemme

Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beruhigt offenbar die Märkte. Die EZB hatte den Banken fast 500 Milliarden Euro in Krediten eingeräumt.

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Der Chef des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, hat die Europäische Zentralbank (EZB) gelobt. Sie hatte den Geschäftsbanken fast 500 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. "Ich glaube, dass der Geldregen der EZB ein wichtiger Schritt gegen die Krise ist", sagte der Ökonom.

"Ob uns das vollständig durch das Jahr trägt, müssen wir abwarten", schränkte er ein. "Aber die Konsolidierung an den Finanzmärkten könnte bedeuten, dass wir den Jahresanfang ruhiger erleben als vielleicht gedacht."

Am Vortag waren die Zinsen für italienische Staatsanleihen - wohl auch wegen der Geldschwemme – erneut gesunken. Insgesamt verkaufte Italien nach Angaben der Zentralbank Anleihen im Wert von sieben Milliarden Euro mit unterschiedlichen Laufzeiten. Dabei erlöste Italien etwa 1,5 Milliarden Euro weniger als erwartet.

Die mit Spannung erwartete Ermittlung des Zinssatzes für zehnjährige Schuldverschreibungen ergab 6,98 Prozent. Das waren zwar weniger als die 7,56 Prozent, die bei einer Auktion im vergangenen Monat zu zahlen waren. Der Zinssatz lag jedoch noch immer gefährlich nahe an der Grenze von sieben Prozent, die langfristig als ruinös gelten.

Der italienische Ministerpräsident Mario Monti zeigte sich zufrieden mit den sinkenden Zinssätzen. "Gestern und heute lief es ziemlich gut, das macht Mut", sagte der Ministerpräsident.