Existenzgründungen

Mutige Zuwanderer schaffen hier Arbeitsplätze

Jedes dritte Unternehmen hierzulande wird von Migranten gegründet. Gerade Deutschland und Polen rücken auf diese Weise immer enger zusammen.

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Immer mehr Zuwanderer wagen hierzulande den Sprung in die Selbstständigkeit. Inzwischen wird jedes dritte neue Unternehmen von einem Ausländer gegründet. An der Spitze dieser Bewegung stehen die Polen , wie eine Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt. Während die Zahl der Existenzgründer aus den klassischen Gastarbeiterländern wie Italien oder der Türkei in den vergangenen Jahren zurückging, stieg der Anteil polnischer Jungunternehmer steil an.

Handwerker, Ingenieure, Computerfachleute und auch Haushaltshilfen melden in Deutschland ein Gewerbe an. Die einen kommen zu diesem Zweck ins Land, andere waren zuvor arbeitslos und suchen eine neue Chance.

Deutsche gelten von jeher als Gründungsmuffel

Diese Entwicklung bestätigt einmal mehr, dass sich die Polen leichter als andere ethnische Gruppen in Deutschland integrieren. Aus Furcht vor der Billigkonkurrenz aus dem Osten hatte die Politik die Freizügigkeit der Arbeitnehmer aus den neuen EU-Beitrittsländern wie Polen oder Tschechien so lange wie möglich hinausgezögert.

Erst seit Mai dürfen die Osteuropäer problemlos bei uns arbeiten. Weil dagegen die Dienstleistungsfreiheit bereits seit Jahren gilt, war der Gang in die Selbstständigkeit für viele eine Möglichkeit, schon vorher hier Fuß zu fassen.

Im internationalen Vergleich gelten die Deutschen von jeher als Gründungsmuffel. Deshalb tut es der hiesigen Wirtschaft gut, dass Migranten mit Unternehmergeist hierherkommen. Erfolgreiche Existenzgründer schaffen schließlich in aller Regel neue Arbeitsplätze.

Und selbst wenn die Migranten später wieder in ihre Heimat zurückkehren, bleibt es meist bei regen wirtschaftlichen Kontakten. Deutschland und Polen rücken auf diese Weise immer enger zusammen, wovon beide Seiten profitieren.

Der bilaterale Handel wächst, und hiesige Firmen investieren eifrig in Polen, zumal die Wirtschaft dort seit Jahren boomt. Und so wird es selbstverständlicher, dass polnische Arbeitnehmer in einem deutschen Unternehmen arbeiten – und umgekehrt.