Abschied

Versandhaus-Magnat Werner Otto gestorben

Der Berliner Ehrenbürger und Mäzen Werner Otto ist tot. Der Gründer des Hamburger Otto-Versands starb, wie erst jetzt mitgeteilt wurde, bereits vor Weihnachten im Alter von 102 Jahren.

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Werner Otto, der Gründer der Hamburger Otto Group, ist tot. Er starb bereits am vergangenen Mittwoch im Alter von 102 Jahren im Kreise seiner Familie in Berlin, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit.

Der 1909 in Brandenburg geborene Otto wollte eigentlich Schriftsteller werden, absolvierte dann aber zunächst eine kaufmännische Lehre. Anschließend macht er sich mit einem Einzelhandelsgeschäft in Stettin selbstständig. Später führt er einen Zigarrenladen, dann ein Schuhgeschäft.

Otto hatte den Otto-Versand 1949 in Hamburg gegründet und bis Mitte der 60er Jahre zu einem der führenden Unternehmen der Branche ausgebaut. Sein ältester Sohn Michael formte die Otto Group ab den 80er Jahren zu einem Weltkonzern. Der Unternehmensgründer baute völlig unabhängig davon mit der ECE ein zweites Erfolgsunternehmen auf, heute die führende Entwicklungs- und Managementgesellschaft für Einkaufscenter in Europa. Die Handelsgruppe Otto gilt als eines der größten Versandhandelsunternehmen der Welt.

Er betätigte sich vielfach als Mäzen für soziale und kulturelle Ziele. Im August 2009 wurde er zum 116. Ehrenbürger Berlins ernannt. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte damals in seiner Laudatio über den Gründer des Otto-Versands gesagt: „Es gibt nur wenige Menschen, in denen sich unsere jüngere Geschichte so klar spiegelt wie in dem Mann, der seit zehn Jahren – wieder – seinen Lebensmittelpunkt in Berlin hat.“ Es sei ein großes Glück, dass Werner Otto ein Bürger Berlins genannt werden dürfe. Wowereit bezeichnete Otto als einen „der großen deutschen Wirtschaftspioniere“ und als „außergewöhnliche Figur der Zeitgeschichte“.

Die Familie lebte die vergangenen Jahre in Berlin-Grunewald. Otto hinterlässt seine Ehefrau Maren sowie fünf Kinder.

Projekte, die von ihm unterstützt wurden sind u.a.: das Belvedere Pfingstberg in Potsdam, die Deutsche Oper Berlin, Elternhaus Berlin-Buch (für Eltern kranker Kinder, die in der Klinik behandelt werden), das Konzerthaus Berlin, die Schadow-Gesellschaft Berlin (Pflege des Kulturgutes in Berlin-Brandenburg), die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und die Max-Liebermann-Gesellschaft

2009 gründeten Maren und Werner Otto die mit fünf Millionen Euro dotierte „Werner und Maren Otto-Stiftung“. Sie soll bedürftige alte Menschen in Berlin und Brandenburg unterstützen.