Bundesbank-Chef

Deutschland dürfte seine Top-Bonitätsnote behalten

Bundesbank-Chef Weidmann hält einen deutschen Bonitätsverlust für unwahrscheinlich. Er warnte jedoch vor uneingeschränkter Euro-Haftung.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich zuversichtlich gezeigt, dass Deutschland seine Spitzenbewertung bei den Ratingagenturen behalten wird. Er halte es für sehr unwahrscheinlich, dass Deutschland sein AAA-Rating verlieren könnte, sagte Weidmann der französischen Wirtschaftzeitung „Les Echos“.

Zugleich bekräftigte er seine Warnung, dass in der Euro-Schuldenkrise das Prinzip der gemeinsamen Haftung seine Grenzen haben müsse. Von den großen US-Ratingagenturen hat bislang nur Standard & Poor’s Deutschland mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit gedroht .

Deutschland gehört weltweit zu den wenigen Ländern, die noch mit der besten Bonitätsnote AAA bewertet werden. Am Freitag hatte zudem Fitch einer Reihe von Euro-Staaten mit einer Herabstufung gedroht, darunter Frankreich, Italien und Spanien. Von Deutschland war nicht die Rede.

EZB-Präsident Mario Draghi forderte die Politik auf, schnell den verstärkten Rettungsschirm EFSF zum Kampf gegen die Schuldenkrise auf den Weg zu bringen. Jede Verzögerung würde die Kosten nur erhöhen, sagte der Chef der Europäischen Zentralbank der „Financial Times“. Es müsse einen Schutzmechanismus geben, der voll ausgestattet und verfügbar sei. Die EZB wird Draghi zufolge vom Januar an den Rettungsschirm unterstützen.

Auf dem letzten EU-Gipfel waren sich die Staaten einig, dass die geplante Hebelwirkung für den EFSF zügig eingesetzt werden soll. Der Fonds kann Staaten Kredite geben – auch zur Absicherung des Finanzsystems – und bei den Regierungen direkt oder indirekt an den Börsen Staatsanleihen kaufen. Dabei soll die EZB als ihr Vermittler auftreten.

( Reuters/cat )