Energieversorgung

Ökostrom ist noch längst nicht zuverlässig genug

Die Fotovoltaik trägt zur Stromversorgung Deutschlands fast während der Hälfte des Jahres so gut wie nichts bei. Die Statistik des BDEW blendet das aus.

Foto: Christian Hilmes

Der Anteil von Ökostrom ist in kurzer Zeit auf knapp 20 Prozent gewachsen . Das ist ein Erfolg in dem Versuch, Deutschland unabhängiger von Brennstoffimporten und von riskanteren Kraftwerkstechniken zu machen. Ökostrom ist zur zweitgrößten Stromquelle in Deutschland avanciert. Aber kann man aus der reinen Addition produzierter Kilowattstunden wirklich die Bedeutung eines Energieträgers ablesen?

Zu dem Zeitpunkt, als etwa der Branchenverband BDEW seine Statistik am Freitagmittag veröffentlichte, lieferten von den deutschen Solarmodulen mit 23000 Megawatt Leistung nur 600 Megawatt tatsächlich auch Strom. Vom Potenzial von mehr als einer Million Solaranlagen in Deutschland wurden zur besten Mittagszeit nur 2,5 Prozent ausgenutzt, und dies auch nur für einen Zeitraum von vier Stunden.

Schon gegen 15 Uhr sank der Beitrag der Solarenergie für die folgenden 20 Stunden gegen Null. Wenn die BDEW-Statistik der Solarenergie bescheinigt, schon 3,2 Prozent des Strombedarfs zu decken, verschweigt sie den Fakt, dass die Fotovoltaik zur Stromversorgung Deutschlands fast während der Hälfte des Jahres so gut wie nichts beiträgt – weshalb ein kompletter weiterer Kraftwerkspark in entsprechender Größe in Reserve gehalten werden muss.

Die Fähigkeit, nur zu bestimmten Zeiten viele Kilowattstunden zu produzieren, bestimmt nicht den wahren Wert des Stroms. Zu einer echten Stütze der Versorgung werden die Erneuerbaren Energien erst dann, wenn sie planbar rund um die Uhr und quer durchs Jahr zu wirtschaftlichen Bedingungen zur Verfügung stehen.