Notenbankpräsident

Für Noyer handeln Rating-Agenturen unverantwortlich

Nach der Herabstufung zweier französischen Banken durch Fitch zweifelt Frankreichs Notenbank-Präsident an der Nützlichkeit der Agenturen.

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Die Rating-Agenturen verlieren nach Ansicht des Präsidenten der Banque de France, Christian Noyer, durch „unverantwortliches“ Handeln ihre Bedeutung.

Nach einer Herabstufung der Banken Crédit Agricole und Banque Fédérative du Crédit Mutuel durch die Rating-Agentur Fitch betonte der Notenbankchef in einem Interview der Zeitung „Le Télégramme“: „Die Agenturen sind ehrlich gesagt unverständlich und unverantwortlich geworden. Sie stoßen Drohungen aus, während die Staaten starke und positive Beschlüsse getroffen haben.“ Damit setzten sie ihre Nützlichkeit als Orientierung für die Anleger aufs Spiel.

In der Argumentation der Agenturen befänden sich mehr politische denn wirtschaftliche Argumente. Mit Blick auf Frankreichs Banken betonte Noyer, sie seien in der Krise hervorragend aufgestellt: „Was sicher ist, ist die Tatsache, dass unsere Banken mit Blick auf das gesamte weltweite Bankensystem durchaus ausreichende Eigenmittel haben.“ Die französischen Banken stärkten ihre Solidarität untereinander ohne jegliche Staatshilfe: „Deshalb mache ich mir absolut keine Sorgen um das französische Bankensystem.“

Fitch hatte die Herabstufung mit dem Gegenwind begründet, dem die Bankenwelt momentan ausgesetzt sei. Die Geschäfte zwischen den einzelnen Kreditinstituten auf dem sogenannten Interbanken-Markt würden nicht mehr reibungslos ablaufen, zudem schwäche sich die Wirtschaft wegen der Eurokrise ab.

Neben den französischen Instituten hatte Fitch auch die Danske Bank aus Dänemark, OP Pohjola aus Finnland sowie die Rabobank Group aus den Niederlanden abgestuft. Alle Banken sackten um je ine Stufe auf der Ratingskala ab. Damit dürfte es für sie nun teurer und schwieriger werden, an frisches Geld zu gelangen. Je schlechter ein Rating ist, desto höhere Risikoaufschläge verlangen Investoren in der Regel.