Jens Weidmann

"Vertrauen kann man mit Geld nicht kaufen"

Bundesbank-Präsident Weidmann lobt die Einführung der Schuldenbremse. Von der Idee des Gelddruckens solle man sich endlich verabschieden.

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Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die Euro-Staaten zum Einhalten der beim jüngsten EU-Gipfel vereinbarten Änderungen aufgefordert .

Die Politik habe die Herausforderung angenommen, der Währungsunion einen besseren Ordnungsrahmen zu geben, „aber an alles, was sie jetzt neu verabredet hat, muss sie sich auch halten“, sagte Weidmann laut Redemanuskript in Berlin bei einer Feier anlässlich des zehnten Jahrestags der Euro-Bargeldeinführung.

Die Staats- und Regierungschefs hätten vergangene Woche in Brüssel Entscheidungen getroffen, „die durchaus ermutigend sind“, sagte Weidmann.

Konkret lobte er die Vereinbarung nationaler Schuldenbremsen und die Stärkung des Stabilitäts- und Wachstumspakts , der „besser vor politischen Manipulationen geschützt“ werden solle. Daneben müssten aber auch die Krisenländer ihre Staatshaushalte sanieren und wirtschaftliche Reformen vorantreiben. Das liege „im vitalen Interesse aller“, sagte Weidmann.

Mit immer wieder aufgestockten Rettungsfonds könnten sich die Euro-Länder hingegen nur Zeit kaufen. „Zeit, die genutzt werden muss, um die grundlegenden Probleme zu lösen. Dauerhaftes Vertrauen kann man mit Geld aber nicht kaufen“, betonte der Bundesbank-Präsident.

Deshalb solle die Idee, über die Druckerpresse das nötige Geld zu beschaffen – also über die Europäische Zentralbank (EZB) Krisenländer unbegrenzt mit Geld zu versorgen – auch „endlich beiseitegeschoben werden“. Ansonsten sei die wichtigste Grundlage einer stabilen Währung, „die Unabhängigkeit einer auf Preisstabilität ausgerichteten Zentralbank“, in Gefahr, warnte Weidmann.