Konjunktur

Die deutschen Firmen haben aus der Krise gelernt

Die Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung in Europa sind schlecht. Doch dank der letzten Krise sind Deutschlands Unternehmen vorbereitet.

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Apokalyptiker weiden sich seit mehr als einem Jahr an der Eurokrise und entwerfen lustvoll Absturzszenarien für die europäische und deutsche Wirtschaft. Bislang widerstand Deutschland trotzig allen Rezessions- und Weltuntergangsprognosen. Nun jedoch werden die Aussichten düsterer. Können die Apokalyptiker frohlocken?

Nein, der Weltuntergang lässt weiter auf sich warten. Zwar wird Deutschlands Wirtschaft, so die gängigen Prognosen, kommendes Jahr kaum noch zulegen. Richtig ist auch, dass viele Länder um Deutschland herum schon in einer Rezession, dass China und Amerika aus unterschiedlichen Gründen Schwäche zeigen. Deswegen wagt kaum ein Unternehmen eine Prognose für 2012.

Unternehmen und Politik sorgen vor

Es gibt jedoch einen triftigen Grund, den Mut nicht zu verlieren: Die vergangene Krise hat Deutschlands Unternehmen klüger gemacht. Deswegen machen sich nun viele Firmen daran, Vorkehrungen zu treffen, obwohl es aktuell bei den meisten noch gut läuft. Der heftige Absturz von 2008/2009 wirkt noch nach in Chefetagen, bei Verbänden, Gewerkschaften und Politik. Zum Glück lähmt die Erinnerung die Akteure nicht, sondern verleiht ihnen Mut und Tatkraft.

Man lässt sich vom derzeit noch anhaltenden Erfolg nicht blenden, sondern sorgt vor: in den Unternehmen und in der Politik, wo das Instrument Kurzarbeit für den Krisenfall geschärft werden wird. Die anstehende Tarifrunde in Deutschlands wichtigster Branche, der Metall- und Elektroindustrie, wird, die Prognose kann man wagen, vom Geist der Vernunft getragen sein. Es ist noch längst nicht die Zeit der Apokalyptiker gekommen.