Euro-Rettung

S&P droht mit Herabstufung des Rettungsschirms

Eine Herabstufung Deutschlands und der Euro-Zone hätte Folgen für die Bewertung des Rettungsschirms. Auch er könnte laut S&P seine Bestnote verlieren.

Die Ratingagentur Standard & Poor's droht nun auch dem Euro-Rettungsschirm EFSF mit einer Herabstufung. Das langfristige Rating von derzeit „AAA“ könnte ein bis zwei Stufen gesenkt werden, teilte S&P am Dienstag mit. Das sei die Konsequenz, falls einem oder mehreren Euro-Ländern die Bestnote entzogen würde.

Bereits am Montagabend hatte S&P Deutschland und 14 anderen Euro-Staaten mit einer Herabstufung binnen drei Monaten gedroht, die wiederum für die Länder höhere Finanzierungskosten nach sich ziehen könnte. Neben Deutschland haben Frankreich, die Niederlande, Finnland, Luxemburg und Österreich in der Euro-Zone die Bestnote von „AAA“.

Eine Herabstufung Deutschlands oder mehrerer Euro-Staaten könnte allerdings die Rettungsbemühungen erschweren, weil deren zentraler Baustein – der Rettungsfonds EFSF – sein Top-Rating voraussichtlich ebenfalls verlieren würde. „Man könnte den Schirm aber anders aufspannen, die Hebel würden dann kleiner ausfallen“, betont Kai Carstensen, Konjunkturchef des Ifo-Instituts.

Auch für Raiffeisen-Fondsmanager Mayer wäre dies kein Beinbruch. Schließlich seien Spreads für die bereits ausgegebenen Papiere des EFSF in den vergangenen Wochen bereits gestiegen. Ähnlich sieht des DWS-Chefvolkswirt Müller. „Viel wichtiger ist, dass klar wird, was nach dieser Überbrückungslösung kommt. Bislang haben wir keine Ahnung, was uns am anderen Ende des Ufers erwartet.“