Sal. Oppenheim

Ex-Banker der besonders schweren Untreue angeklagt

Frühere Manager von Sal. Oppenheim sollen der Privatbank Schaden in Millionenhöhe zugefügt haben. Ihnen wird schwere Untreue zur Last gelegt.

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Gegen frühere Führungsmitglieder der einst größten europäischen Privatbank Sal. Oppenheim ist Anklage wegen Untreue in einem besonders schweren Fall erhoben worden. Das sagte Rechtsanwalt Prof. Klaus Volk der Nachrichtenagentur dpa. „Es geht um zwei Immobiliengeschäfte in Köln.“ Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Anklage zwar nicht.

Die Kölner Behörde ermittelt nun aber schon seit mehr als anderthalb Jahren gegen Ex-Verantwortliche der Traditionsbank . Die Anklage wegen der Immobiliengeschäfte ist nur Teil eines größeren und schwer überschaubaren Ermittlungsverfahrens. Sal. Oppenheim war nach Fehlspekulationen und Milliardenverlusten Anfang 2010 von der Deutschen Bank übernommen worden.

Der Münchner Anwalt Volk vertritt Christopher Freiherr von Oppenheim, der einer von vier persönlich haftenden Gesellschaftern war. Die Beschuldigungen richten sich Volk zufolge aber nicht nur gegen seinen Mandanten: „Die Anklage bezieht sich auf die früheren persönlich haftenden Gesellschafter.“ Dazu gehörten Matthias Graf von Krockow (62) , Friedrich Carl Janssen (67) und Dieter Pfundt.

Alle vier waren kurz vor dem Notverkauf an die Deutsche Bank bis Mitte Januar 2010 bei der Bank von Bord gegangen. Es gehe um zwei größere Immobilienobjekte in Köln, sagte Volk, nannte aber keine Details. Der „Focus“ berichtete über einen Schaden von 60 Millionen Euro, den die Ex-Führung der Bank zugefügt haben soll.

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte zuvor über einen Schaden von mehreren Millionen Euro geschrieben. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt seit Frühjahr 2010 gegen Mitglieder der Ex-Führungsriege, nennt aber keine Namen. Berichten zufolge geht es um vorschnell und nicht ausreichend auf Sicherheiten geprüfte Kredite. Mehrfach wurden Büros, Haupt- und Nebenwohnsitze früherer Banken-Chefs durchsucht. Nach einer Razzia Ende August 2010 hatte die Ermittlungsbehörde erklärt, es würden Unterlagen über möglicherweise problematische Kreditvergaben gesucht. Konkret äußerte sich die Staatsanwaltschaft bisher nicht.

In namhafte Zeitungen und Wirtschaftsmagazinen wird aber seit geraumer Zeit immer wieder detailliert über die Vorwürfe berichtet, auch die Namen der Beschuldigten werden genannt. Die früheren Top-Manager selbst schwiegen bisher.