Zalando-Eigentümer

Tengelmann prüft Einstieg in Online-Spielemarkt

Nach dem Erfolg seines Schuhhändlers Zalando will Tengelmann sein Online-Geschäft ausbauen. Der Konzern hat den Spielemarkt im Visier.

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Die Tengelmann-Gruppe (Obi, KiK, Kaiser’s, Tengelmann) prüft den Einstieg ins Geschäft mit Online-Spielen. „ Unser Hauptfokus liegt auf dem Online-Geschäft , da fließen unsere Investitionen hin“, sagte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub der „Wirtschaftswoche“. Der Umsatzanteil des Online-Geschäfts sei zwar noch relativ gering, die Wachstumsraten aber enorm.

Sein Unternehmen habe ein E-Commerce-Portfolio von fast 20 Beteiligungen aufgebaut – vom Schuhhändler Zalando bis zum Online-Maßschneider Youtailor. „Und dabei wird es nicht bleiben“, kündigte Haub an. „Momentan überlegen wir, ob wir in den Markt für Online-Spiele einsteigen. Der Markt entwickelt sich rasant.“ Haub erwartet ein solides Weihnachtsgeschäft, warnt aber vor der Verunsicherung der Verbraucher durch die Schuldenkrise. „Was auf die Kaufstimmung drückt, ist die Nachrichtenlage.“ Dennoch: „Wenn das Schneechaos in diesem Jahr ausbleibt, rechne ich mit einem guten Weihnachtsgeschäft.“

Die Baumarkt-Kette Obi übernimmt einige Standorte des kriselnden Konkurrenten Praktiker . Es gebe Interesse an einzelnen Märkten, sagte der Chef der Obi-Mutter Tengelmann, Karl-Erivan Haub, der „Wirtschaftswoche“. Bereits im Sommer hätten sich Vermieter von Praktiker-Immobilien an Tengelmann gewandt, die nach dem Auslaufen der Mietverträge gerne Obi als Mieter sehen würden.

„Inzwischen haben wir die ersten Abschlüsse für einige Standorte“, sagte Haub dem Magazin. An der gänzlichen Übernahme des Konkurrenten habe Tengelmann aber kein Interesse. Dazu gebe es zu viele Überschneidungen mit Obi. Haub sagte, er glaube nicht, dass Praktiker sich auf Dauer mit seinem Discount-Konzept durchsetzen werde.

Er erwarte deshalb eine weitere Konsolidierung in der Branche. „Im Baumarktbereich ist mir kein Discount-Konzept bekannt, das erfolgreich ist. Man braucht Beratung, Anleitung, Hilfestellung und Auswahl in den Märkten – das funktioniert als reiner Billiganbieter nicht“, wird der Chef der Tengelmann-Gruppe zitiert.

Praktiker schreibt seit geraumer Zeit rote Zahlen. Die Kette hatte Ende November ein Sanierungsprogramm mit der Schließung von Märkten beschlossen. Zudem soll der Vorstand verkleinert und die Konzernzentrale nach Hamburg verlegt werden.