Wirtschaftsabschwung

UN schürt Angst vor einer weltweiten Rezession

Die Vereinten Nationen sehen die Gefahr einer globalen Rezession und senkten ihre Konjunkturprognose drastisch. Zuvor hatte bereits Chinas Regierung die aktuelle Lage der Weltwirtschaft sehr skeptisch eingeschätzt.

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Die Vereinten Nationen (UN) haben ihre Prognosen für globales Wirtschaftswachstums nach unten korrigiert und erklärt, die Welt stehe vor der Gefahr einer neuen Rezession. In ihrem Bericht zur Lage der Weltwirtschaft und den Aussichten für 2012 gehen die UN in ihrem optimistischen Szenario von einem Wachstum von 2,6 Prozent aus. Im pessimistischsten Szenario sind es nur 0,5 Prozent.

Das ist deutlich unter der im Mai vorgestellten Prognose eines globalen Wirtschaftswachstums von 3,6 Prozent im kommenden Jahr. Die Erholung in den vergangenen beiden Jahren von der letzten Rezession sei kraftlos gewesen, und nun stehe die Welt wieder vor einem großen Abschwung: „Das Risiko einer Doppelrezession ist größer geworden.“

Zuvor hatte bereits Chinas Regierung die aktuelle Lage der Weltwirtschaft sehr skeptisch eingeschätzt. In der jetzigen Situation sei eine „unausgewogene Erholung“ womöglich besser als eine „ausgewogene Rezession“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den chinesischen Vizepremier Wang Qishan. Es war der bislang düsterste Kommentar eines chinesischen Spitzenpolitikers zur globalen Konjunktur.

Damit könnten auch Finanzhilfen für die kriselnden Euro-Länder unwahrscheinlicher werden. Brasilien hat dagegen angekündigt, den Internationalen Währungsfonds (IWF) finanziell unterstützen zu wollen und dabei zu helfen, die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise zu minimieren.

Das kündigte der brasilianische Finanzminister Guido Mantega nach einem Treffen mit IWF-Direktorin Christine Lagarde an. Dieses Mal sei der IWF nicht nach Brasilien gekommen, um Geld zu überbringen, sagte Mantega vor Reportern. „Dieses Mal kam er, um Brasilien darum zu bitten, ihm Geld zu leihen und ich bevorzuge es, ein Gläubiger statt ein Schuldner zu sein.“ Über die Leihsumme werde bei einem Treffen der sogenannten BRICS-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) im Februar entschieden, sagte Mantega.