Schuldenkrise

Zehn Tage für die Rettung des Euros

Die entscheidenden Tage liegen vor Europa, und am Ende steht eine Rettung oder das Scheitern des Euro-Raumes. Noch gibt es Zeit, und man muss sie nutzen.

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Zehn entscheidende Tage liegen vor Europa, sagt Währungskommissar Olli Rehn. Recht hat er. Rettung oder der Anfang vom Untergang, beides kann am Ende der kommenden Woche stehen, wenn die Staats- und Regierungschefs zusammenkommen. Optimismus ist nicht völlig fehl am Platz.

Das Szenario könnte so aussehen: Italien, das den Zugang zum Kapitalmarkt zu verlieren droht, verpflichtet sich auf ernsthafte Reformen. Das sorgt für neues Vertrauen an den Märkten und steigert die Bereitschaft der europäischen Partner zu helfen, auch die Bereitschaft der EZB. Ihre Intervention am Geldmarkt und auch weitere Anleihekäufe stabilisieren Europa.

Zeiten leichten Schuldenmachens sind vorbei

Zeitgewinn hilft, aber reicht nicht aus: Der Europäische Rat bringt eine strengere Überwachung der Schuldnerländer schnell auf den Weg. Deutsche und Franzosen machen Ernst damit, innerhalb der Euro-Staaten ein Bündnis der Stabilität zu schließen.

Das muss so attraktiv sein, dass viele mitmachen wollen – und so streng, dass sie nur dürfen, wenn sie sich an die Regeln halten. Die heißen: Die Zeiten des leichten Schuldenmachens sind vorbei.

Es könnte funktionieren. Wenn Europa nicht ein so verflixt kompliziertes politisches Gebilde wäre. Wenn es nicht Machtrangeleien zwischen der EU-Kommission und den Hauptstädten gäbe. Wenn nicht Deutschland und Frankreich so uneins wären, dass sie sich auf dem Nebenschauplatz der Ämterverteilung in der EZB balgen. Wenn in Italien nicht die Gewerkschaften schon Front machten gegen Reformen.

Zehn Tage Zeit. Das ist nicht viel. Aber genug, wenn man sie richtig nutzt.