Hybridanleihen

Commerzbank will eigene Schulden billig aufkaufen

Deutschlands zweitgrößtes Bankhaus hat akute Kapitalnöte. Um die Bilanz zu entlasten will die Commerzbank nach einem Medienbericht nun Schulden - in Form bestimmter Anleihen – zurückkaufen. Bezahlt soll mit eigenen Aktien werden.

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Die Commerzbank bereitet sich Medienberichten zufolge auf schärfere Eigenkapitalregeln vor und ordnet ihre Finanzen deshalb neu. So plane das zweitgrößte deutsche Bankhaus, seine Verbindlichkeiten teilweise zurückzukaufen und so die Bilanz um 600 Millionen bis eine Milliarde Euro zu entlasten, meldete die „Financial Times Deutschland“. Zugleich hieß es im „Handelsblatt“, dass der Aufsichtsrat einen externen Manager als Nachfolger des scheidenden Finanzvorstands Eric Strutz benennen wolle. Ein Sprecher der Commerzbank wollte beide Berichte auf Anfrage nicht kommentieren.

Auf dem Finanzmarkt wolle das Bankhaus sogenannte Hybridanleihen unter ihrem Nennwert zurücknehmen und die Besitzer mit eigenen Aktien auszahlen, hieß es in der „Financial Times Deutschland“. Mit solch einem Manöver hatte die Commerzbank ihr Kapital bereits Anfang des Jahres gestärkt. Eine Wiederholung scheint nun nötig, weil der Bank nach dem verschärften Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht offenbar rund fünf Milliarden Euro für die geforderte Quote von neun Prozent hartem Kernkapital fehlen.

Dass die Vorstandssuche nun offenbar doch mit einem externen Kandidaten endet, sei unerwartet, berichtete das „Handelsblatt“. Einerseits dürfte das Jahresgehalt auf 500.000 Euro gedeckelt bleiben, andererseits habe der Vorstandsvorsitzende Martin Blessing einen Vertrauten auf dem wichtigen Posten favorisiert, hieß es. Die Entscheidung über den Nachfolger für den Ende März scheidenden Ressortchef Strutz könnte offenbar noch diese Woche fallen. „Für den 2. Dezember ist eine Aufsichtsratssitzung mit dem Tagesordnungspunkt Vorstandsangelegenheiten angesetzt worden“, zitierte der Bericht aus Konzernkreisen.

Bereits am Vortag hatte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet, Blessing spare auch im täglichen Betrieb. So würden unter dem ehemaligen McKinsey-Partner Berater-Mandate nicht verlängert, Projekte abgesagt oder verschoben. „Alle Beratungsverträge stehen auf dem Prüfstand“, zitierte das Blatt einen Sprecher der Bank.