Druckmaschinen-Hersteller

Manroland meldet sich pleite – 6.600 Jobs in Gefahr

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: dpa / dpa/DPA

Die drei weltweit größten Druckmaschinen-Hersteller kommen aus Süddeutschland. Doch Konkurrenz aus Asien und die zunehmenden Digitalisierung der Medien machen der Branche zu schaffen. Nun musste Manroland – die Nummer drei – Insolvenz anmelden.

Der Augsburger Druckmaschinenhersteller Manroland ist pleite. Das Unternehmen stellte am Freitag beim Amtsgericht Augsburg Insolvenzantrag, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die zuständige Richterin sei derzeit dabei, den Antrag zu prüfen. „Es gibt aber noch keine Entscheidung“, sagte der Sprecher. Nun stehen in den drei deutschen Werken in Augsburg, Offenbach und Plauen insgesamt 6.600 Jobs auf der Kippe.

Aus Protest gegen die Insolvenz ist die Belegschaft in Offenbach vor das Werkstor gezogen. Einige hundert Mitarbeiter blockierten am Freitagmittag die wichtige Durchgangsstraße. Etliche Beschäftigte seien aber nach der Krisen-Betriebsversammlung bedrückt nach Hause gegangen, berichteten Augenzeugen. Kurz vor Weihnachten sind die rund 1900 Jobs in dem traditionsreichen Werk in Gefahr. Die IG Metall hat Proteste angekündigt.

Die Druckmaschinen-Branche war lange Zeit ein Aushängeschild der deutschen Wirtschaft. Doch billige Konkurrenz aus Asien und das Internet haben die Geschäfte sehr erschwert. Die drei weltweit größten Konzerne kommen aus Süddeutschland: Heidelberger Druckmaschinen, Koenig & Bauer aus Würzburg und eben Manroland

Branchenprimus Heidelberger Druckmaschinen hat in Deutschland rund 10.500 Beschäftigte. Heideldruck schrieb zuletzt rote Zahlen. Börsianer glauben aber, dass die Heidelberger am meisten von der anstehenden Marktbereinigung profitieren werden. Die Heideldruck-Aktien im MDax für mittelgroße Börsenwerte legten am Freitag gegen den allgemeinen Trend kräftig zu.

Manroland litt zuletzt am meisten, weil es sich besonders auf den Zeitungsdruck spezialisiert hatte. Deshalb wurde es von der Printmedien-Krise jetzt voll erfasst.

Die Nummer zwei der Branche, die Würzburger Firma Koenig & Bauer, hatte ebenfalls Schwierigkeiten, konnte sich aber mit Nischenprodukten gut halten. Dank der Innovationen und einer Verschlankung schrieben die Würzburger sogar schwarze Zahlen. Im vergangenen Jahr verdoppelte das Unternehmen den Überschuss auf 12,5 Millionen Euro.

Koenig & Bauer ist seit mehr als 25 Jahren an der Börse und hat sich in den SDax für kleine Aktiengesellschaften vorgearbeitet. Seine Anteile gewannen in den vergangenen Tagen ebenfalls gegen den Abwärtstrend an Wert. Friedrich Koenigs hatte 1814 zum ersten Mal mit Dampfkraft gedruckt.