Kreditinstitute

Richtige Maßnahmen zum falschen Zeitpunkt

Jan Dams

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Die Eigenkapitalschwäche europäischer Banken zu beheben, ist ein guter Ansatz. Der zeitliche Rahmen dafür verschärft die Schuldenkrise aber noch mehr.

Deutschlands Kreditinstitute sind Schwächlinge – die meisten jedenfalls, sieht man einmal von wenigen Ausnahmen wie der Deutschen Bank ab. Daran haben auch die vergangenen Jahre mit ihrer guten Konjunktur nur wenig geändert, wie sich am Beispiel der Commerzbank und einiger Landesbanken zeigt.

Dass diese Malaise als ein Problem der Euro-Rettung gesehen wird, ist längst kein Geheimnis mehr. Um Staaten wie Griechenland entschulden zu können, um Ruhe in den Finanzmarkt zu bringen und verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, hat die Politik eine Maßnahme beschlossen, die im Kern richtig ist: Europas Banken sollen ihr Eigenkapital schnell aufstocken und damit ihre Risikopuffer aufpolstern.

Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden. Die Eigenkapitalschwäche europäischer Banken führt dazu, dass das Misstrauen zwischen den Häusern so groß ist wie seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers nicht mehr.

Trotzdem birgt der Ukas der Euro-Zone ein Riesenproblem: Weil viele Banken angesichts der Euro-Krise am Markt kaum Geld bekommen werden, sie aber gleichzeitig neuerliche Staatshilfen wegen der damit verbundenen Einflussnahme der Politik fürchten, werden sie versuchen, die Eigenkapitalquoten über eine Verkleinerung ihres Kreditgeschäfts vor allem im Ausland zu erreichen.

Damit aber wird sich Europas Schuldenkrise nicht beruhigen, sondern weiteren Schwung bekommen. Verhindern lässt sich das nur, wenn die Politik den Banken mehr Zeit gäbe, die neuen Vorgaben umzusetzen. Besser wäre es.