Druckmaschinenhersteller

Bei Manroland sind 6600 Arbeitsplätze in Gefahr

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: picture alliance / dpa

Die Allianz und der Lkw-Hersteller MAN wollen dem Druckmaschinenhersteller keine frisches Kapital geben. Jetzt sind auch noch Investoren abgesprungen.

Der drittgrößte Druckmaschinenhersteller der Welt, Manroland, steht sehr wahrscheinlich vor dem Aus. Weil Allianz Capital Partners und der Lastwagenhersteller MAN ihrer verlustreiche Beteiligung frisches Kapital verweigern, sind damit 6600 Arbeitsplätze in Gefahr.

Werke in Augsburg, Offenbach und Plauen seien von der Schließung bedroht, erfuhr die Nachrichtenagentur dapd am Donnerstag aus Unternehmenskreisen.

Das 1845 gegründete Traditionsunternehmen hatte zuletzt händeringend Investoren gesucht. Käufer aus der Türkei, China und die deutschen Wettbewerber Heidelberger Druckmaschinen und das Würzburger Unternehmen Köning & Bauer waren im Gespräch.

Heideldruck, der weltgrößte Konzern der Branche, hatte bereits Anfang November erklärt, dass es von Unternehmensseite „aktuell keine aktiven Maßnahmen in diese Richtung gibt“. Auch König & Bauer winkte ab.

Investor abgesprungen

Ein möglicher Investor sei in der vergangenen Woche abgesprungen, bestätigten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen. Doch auch bei einer Übernahme wären Personalabbau und Werkschließungen wahrscheinlich gewesen, sagen Branchenkenner. Inzwischen laufen Rettungsgespräche auf politischer Ebene, wie das hessische Wirtschaftsministerium bestätigte.

„Wie üblich in diesen Fällen“ könne sich das Ministerium nicht zu Einzelheiten äußern, sagte eine Sprecherin. Das Land dürfte sich besonders für das große Offenbacher Werk interessieren, wo Druckmaschinen für Werbedrucke hergestellt werden.

Manroland leidet unter dem Strukturwandel der Druckbranche und dem Wettkampf zwischen Print- und Online-Medien besonders stark. Die Firma ist der Weltmarktführer im Rollenoffsetdruck, bei dem mit riesigen Papierrollen beispielsweise Zeitungen gedruckt werden. Auch in Asien hatte zuletzt die Nachfrage nachgelassen.

Außerordentliche Aufsichtsratssitzung

Wegen der schlechten Geschäfte hatte Manroland im vergangenen Jahr bereits 800 Arbeitsplätze gestrichen. Die restliche Belegschaft sei für Freitag zu einer Betriebsversammlung eingeladen, sagte eine Sprecherin.

MAN, das 22,8 Prozent an Manroland hält, bestätigte, dass noch am Donnerstagabend eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung stattfinde. In der Sitzung werde sich die Zukunft der Firma entscheiden, hieß es in Unternehmenskreisen.