Auftragspolster

Firmen trotzen Konjunkturflaute – Exporte steigen

Deutsche Firmen verkaufen doppelt soviel ins Ausland wie im Vormonat. Doch die Euro-Krise dürfte die Exporte bald einbrechen lassen.

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Die deutschen Exporte sind im August trotz Schuldenkrise und weltweiter Konjunkturabkühlung mehr als doppelt so stark gestiegen wie erwartet. Sie legten um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Analysten hatten lediglich mit einem saison- und kalenderbereinigten Plus von 1,5 Prozent gerechnet. „Nach zwei durchwachsenen Monaten ist das ein Zeichen dafür, wie gut die deutsche Exportwirtschaft aufgestellt ist", sagte der DIHK-Aussenhandelexperte, Ilja Notnagel. "Die Zahlen belegen, dass sie sich auch in einem schwierigen Umfeld behaupten kann. Wir erwarten für 2011 ein Exportwachstum von elf Prozent. Das Tempo werden wir aber im nächsten Jahr nicht halten können."

Alexander Koch, Analyst bei der Unicredit, befürchtet, dass die Auftragspolster aus der ersten Jahreshälfte nur abgebaut werden: "Die Industrie dürfte ihre Produktion aber am Jahresende stark drosseln, weil die Neuaufträge nicht mehr so kräftig zulegen dürften.“

Im Jahresvergleich seien die Ausfuhren im August um 14,6 Prozent gestiegen, teilte das Bundesamt mit. Die Einfuhren kletterten mit 12,6 Prozent ähnlich stark. Der Handelsbilanzüberschuss erhöhte sich von Juli auf August um 1,3 Milliarden auf 11,8 Milliarden Euro.