Fitch

Ratingagentur stuft Italien und Spanien herab

Die Krise in der Eurozone verschlimmert sich zunehmend. Nun wird Italiens Kreditwürdigkeit erneut herabgestuft – nach Standard & Poor's und Moody's senkte mit Fitch die dritte Ratingagentur die Noten. Auch Spanien bekommt einen negativen Ausblick.

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Die Ratingagentur Fitch straft gleich zwei Euro-Länder mit schlechteren Einstufungen der Krediwürdigkeit ab, Italien und Spanien. Die Bonitätswächter bewerten Italien nun mit "A+". Der Ausblick wird negativ eingestuft. Fitch begründete die Senkung der Bonität des schuldengeplagten Landes mit der Verschärfung der Krise in der Euro-Zone.

Zugleich schrieb Fitch der Regierung ein unzureichendes Verhalten in der Krise zu. Es sei zu spät auf die Ausweitung der Schuldenkrise reagiert worden, hieß es. Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone und sitzt auf einem Schuldenberg von rund 1,9 Billionen Euro. Erst am Dienstag hatte Moody's die Kreditwürdigkeit Italiens auf "A2" gesenkt. Damit stufen Moody's wie auch S&P die Bonität des Euro-Mitgliedstaates niedriger als Fitch ein.

Spanien werde nun mit "AA-" bewertet und damit zwei Stufen niedriger als bisher, teilte die Agentur weiter mit. Der Ausblick sei negativ. Fitch rechnet damit, dass das spanische Wirtschaftswachstum bis 2015 weiter unter zwei Prozent liegt.

Die Arbeitslosigkeit, die derzeit rund 20 Prozent beträgt, werde hoch bleiben. Trotz der gestiegenen Risiken stuft Fitch die spanischen Staatsanleihen weiter als sicher ein. Allerdings habe die Verschärfung der Schuldenkrise in der Euro-Zone negative Auswirkungen auf das Land, hieß es.

Direkt nach der Fitch-Entscheidung verlor der Euro an Wert. Der Kurs sackt um fast einen Cent von 1,3508 Dollar um 17.55 Uhr auf 1,3412 um 18.15 Uhr.

Angesichts einer drohenden neuen Bankenkrise bekräftigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die grundsätzliche Bereitschaft zur Unterstützung der Geldhäuser. Was dies die Bürger kosten könne, sei derzeit allerdings nicht zu sagen. Die Kanzlerin hatte sich mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte getroffen. Merkel unterstützte Ruttes Idee eines EU-Sonderkommissars für den Euro.

Ein solcher niederländischer Vorstoß sei eine "interessante Idee", sagte Merkel. In diese Richtung müsse weiter gedacht werden. Merkel begründete ihr Eintreten für einen eigenen Euro-Kommissar mit nicht ausreichenden Eingriffsmöglichkeiten bei Verstößen gegen den verbesserten Stabilitäts- und Wachstumspakt.

Dieser sei zwar schon ein großer Fortschritt. "Aber das Durchgriffsrecht, wie man es eigentlich braucht, wenn ein Land immer wieder den Stabilitäts- und Wachstumspakt nicht erfüllt, ist noch nicht ausreichend ausgeprägt."

Die niederländische Regierung hatte vor einem Monat die Einsetzung eines zusätzlichen EU-Kommissars für Haushaltsdisziplin angeregt. Er soll weitreichende Vollmachten erhalten, um die Einhaltung von Absprachen über Defizitgrenzen und die Höhe von Staatsschulden zu kontrollieren und notfalls zu erzwingen.

Vor Deutschland hatten sich schon Belgien und Finnland positiv zu der Idee geäußert. Die Europäische Kommission reagierte bislang eher zurückhaltend.