Ratingagentur

S&P nennt Einzelheiten zu Frankreich-Falschmeldung

In Frankreich ist die Empörung über eine Beinahe-Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit groß. Die Ratingagentur S&P ist in Erklärungsnot.

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Die irrtümliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs durch Standard & Poor’s ist nach Angaben der Ratingagentur auf einen technischen Fehler ohne jeden Bezug zur Bonität des Landes zurückzuführen. Wie Standard & Poor’s mitteilte, hing das Problem mit einem Angebot des Unternehmens zur Bewertung der Risiken in den Bankensektoren einzelner Länder (BICRA) zusammen.

Demnach wurden die Angaben zum französischen Bankensektor im Dezember 2010 zu Testzwecken auf die Hauptseite von Standard & Poor’s geschaltet, die BICRA-Bewertungen anderer Staaten wurden dann aber nicht auf dieses Portal gestellt.

Als am Donnerstag eine neue BICRA-Bewertung veröffentlicht wurde, wurde für Frankreich automatisch „nicht verfügbar“ angegeben. Das System interpretierte dies irrtümlich als Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes, woraufhin eine entsprechende Nachricht an einige Abonnenten geschickt wurde.

Es seien „umgehend“ Schritte eingeleitet worden, damit sich ein solcher Fehler nicht noch einmal ereignen könne, erklärte Standard & Poor’s. Die Agentur arbeite zudem mit den Behörden zusammen, die den Vorfall untersuchten. Die Falschmeldung, dass Frankreich die Bestnote „AAA“ verliert, hatte in Frankreich für Empörung gesorgt . Frankreichs Finanzminister François Baroin forderte eine Untersuchung der Vorgänge. Die französische Finanzmarktaufsicht AMF leitete Ermittlungen ein und nahm Kontakt zur Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) auf.