Spareinlagen

Merkels Staatsgarantie – ein beunruhigendes Zeichen

Kanzlerin Angela Merkel erneuert die Garantien für Spareinlagen. Das gut gemeinte Signal zeigt, wie kritisch die Regierung das gegenwärtige Stadium der Euro-Krise sieht.

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Seit es mit dem Euro bergab geht, fragen sich wieder mehr Menschen, wie sicher ihr Geld noch ist. Zwar haben wir noch nicht das Panikniveau erreicht, das 2008 Angela Merkel dazu zwang, die Spareinlagen der Deutschen per Staatsdekret zu garantieren, damit die Beunruhigten nicht ihr Geld von der Bank holten. Weit davon entfernt sind wir aber wohl nicht mehr. Sonst müsste die Bundeskanzlerin die Sparer nicht erneut mit ihrer Garantie besänftigen .

Für die Angst der Menschen gibt es einen guten Grund: Die Euro-Zone wackelt bedrohlich. Überlebt die Währungsunion ihre erste schwere Krise nicht, wird das all ihre Mitglieder teuer zu stehen kommen – und das nicht nur wegen der Hilfen, die den Schuldnerländern bislang gewährt wurden.

Garantie wäre nur wenig wert

Schlittert Italien in die Pleite, wanken Banken europaweit. Merkels Garantie wäre in diesem Fall tatsächlich nur wenig wert. Denn selbst Deutschland wäre überfordert, die gesamten Spareinlagen bei den Geldhäusern abzusichern, wenn das europäische Finanzsystem erschüttert wird.

Nicht weniger schlimm ist – und darüber redet die Kanzlerin nicht –, dass mit einer Insolvenz Roms auch die klassische Lebensversicherung ein Problem bekäme. Das Geld, das Millionen Bürger zur privaten Alterssicherung mühsam in solchen Produkte gespart haben, ist auch in italienische Anleihen geflossen.

Eine Pleite dieses Landes samt der Folgeeffekte für Europa wäre ein Debakel. Merkel weiß das. Dass sie jetzt die Sparergarantie erneuert, gleicht dem berüchtigten Pfeifen im Walde. Es zeigt, wie sehr sie diesen Ernstfall fürchtet.